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FAQ Laserschutz Was versteht man unter dem TOP-Prinzip im Laserschutz?

Das TOP-Prinzip heißt eigentlich STOP-Prinzip und gibt allgemein im Arbeitsschutz die Rangfolge der Schutzmaßnahmen vor. Es ist quasi eine Eselsbrücke, um sich schnell ins Gedächtnis zu rufen, mit welcher Priorität die Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz umzusetzen sind. Zunächst stellt man die sogenannte Sub­stitutionsfrage (S), das heißt, man fragt sich, ob das potenziell gefährliche Laserverfahren wirklich angewendet werden soll oder ob nicht auf ein Fertigungsverfahren mit geringerem Risikopotenzial zurückgegriffen werden kann. Da man sich aber in aller Regel aufgrund diverser Vorteile bewusst für ein Laserverfahren entschieden hat, ist die Substitutionsfrage oftmals kein Thema und man spricht daher meist kurz vom TOP-Prinzip.

Es besagt, dass technische und apparative Schutzmaßnahmen (T) nach dem Stand der Technik unbedingten Vorrang haben. Diese sollen garantieren, dass selbst im Fehlerfall oder bei Fehlbedienung keine Laserbestrahlung von Personen oberhalb der Expositionsgrenzwerte auftreten kann. Typischerweise wird dies durch eine komplette Einhausung der Laserinstallation und die Überwachung sämtlicher Zugänge zum Laserbereich gewährleistet.

Diese technischen Maßnahmen werden durch organisatorische Schutzmaßnahmen (O) ergänzt. Hier sind insbesondere die fachkundige Ausarbeitung einer Gefährdungsbeurteilung für den Laserarbeitsplatz, die Unterweisung der Beschäftigten und die Schulung und Bestellung eines Laserschutzbeauftragten zu nennen. Sollten die technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen keinen vollständigen Schutz der Beschäftigten bieten, beispielsweise beim offenen Laserbetrieb während Service- und Wartungsarbeiten oder im Forschungslabor, so sind zusätzlich persönliche Schutzmaßnahmen (P) zu ergreifen. In diesen Fällen bewahren geeignete Laserschutzbrillen die Beschäftigten vor Augenschäden.

Die persönlichen Schutzmaßnahmen sind daher immer nur als letzte Option zu verstehen. Keinesfalls dürfen aus Kostengründen persönliche Schutzmaßnahmen einem technischen Schutzkonzept vorgezogen werden. Während die Festlegung und Umsetzung der technischen Schutzmaßnahmen in den Aufgabenbereich des Herstellers fallen, so obliegen die organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen der Verantwortung des Laserbetreibers.

von mn

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