Forschung & Entwicklung

Verleihung des Nachwuchspreises der DGaO

Für die Forschungsarbeiten zu optischen Technologien der Zukunft im Rahmen seiner Promotion an der TU Ilmenau ist Dr. Roman Kleindienst mit dem mit 1000 Euro dotierten Nachwuchspreis der Deutschen Gesellschaft für angewandte Optik (DGaO) geehrt worden. Der Preis wurde im Rahmen der DGaO-Jahrestagung in Darmstadt überreicht.

Optische Technologien spielen in der Industrie 4.0 eine immer größere Rolle. Insbesondere für Sensorik- und Abbildungsanwendungen werden immer mehr und immer kleinere und leistungsfähigere optische Bauelemente und Systeme benötigt – für die Steuerung laserbasierter Fertigungsanlagen, zur hochpräzisen Vermessung oder Markierung von Bauteilen mittels optischer Signale und für die Datenkommunikation. Die Forschung zu innovativen optischen Technologien steht vor neuen Herausforderungen. Heute sind diese vor allem mit den Begriffen ‚optische Funktions- und Systemintegration‘ verbunden. Dieses noch weitgehend am Anfang stehende Entwicklungsgebiet eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Entwicklung hochkomplexer, miniaturisierter optischer Bauelemente und Systeme.

Roman Kleindienst stellte in seiner Arbeit ‚Innovative Methoden für die optische System- und Funktionsintegration‘ dafür neuartige Lösungsansätze vor. Ausgehend von der Betrachtung der theoretischen Möglichkeiten demonstrierte er die Integration komplexer optischer Funktionen in ein optisches System am Beispiel von zwei innovativen Strahlformungskomponenten. Derartige optische Komponenten können Lichtstrahlen umformen, in jede beliebige Richtung umlenken und Strahlengänge falten. Eine große Rolle spielen in diesem Zusammenhang Freiformoptiken, die im Gegensatz zu konventionellen Linsen asymmetrische Oberflächenformen besitzen. Für die Integration zusätzlicher Funktionen wie Fokussierung, Strahlteilung, Strahlablenkung oder -formung müssen Formen, Beugung und Strukturierung der optischen Oberflächen präzise realisiert und exakt charakterisiert werden. Für ihre Fertigung werden moderne Verfahren der Mikro- und Nanotechnologien wie präzise Mess-, Positionier- und Strukturierungsverfahren benötigt, die an der TU Ilmenau vorhanden sind.

Auch auf dem Gebiet der Systemintegration leistete Dr. Kleindienst richtungsweisende Beiträge. Im Rahmen seiner Promotionsarbeit und eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekts entwickelte er einen optischen Sensor und integrierte ihn in das Mikrosystem eines Gasdetektors, einer miniaturisierten Warneinrichtung zur Absicherung von Menschen und Sachwerten vor gefährlichen Gasen und Gas-Luft-Gemischen. Der Sensor basiert auf der Fotolumineszenz von III-V-Halbleitermaterialien in Nanodrahtstrukturen.

Die Fachjury des DGaO-Nachwuchspreises bezeichnete die Arbeit als ‚herausragendes Beispiel für Forschungsleistungen zu einem Thema von großer wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz. Die in der Dissertationsschrift und darüber hinaus in zahlreichen preisgekrönten Veröffentlichungen dargestellten wissenschaftlichen Ergebnisse sind in vielerlei Hinsicht richtungsweisend‘.

Roman Kleindienst ist heute bei Carl Zeiss Jena als Gruppenleiter in der Abteilung Mikrostrukturierte Optik tätig und arbeitet in dieser Funktion weiterhin eng mit der TU Ilmenau zusammen.

von mn

www.tu-ilmenau.de

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