Forschung & Entwicklung

Startschuss für professionelles Laserschneiden in den heimischen vier Wänden

Greifswalder Wissenschaftler unterstützen Münchner Firma bei der Entwicklung einer praktischen und sicheren Desktop-Variante eines Lasercutters.

Mit dem Projekt ‚Safecutter‘ unterstützen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie (INP) das Münchner Unternehmen Mr Beam Lasers, das sich auf den Bau und den Vertrieb von Desktop-Laserschneidanlagen spezialisiert hat. Dabei entwickeln Forscher eine laserbasierte Materialdetektion sowie eine plasmabasierte Abluftreinigung, um den Einsatz von Lasercuttern auch für Laien so einfach und sicher wie möglich zu machen.

Mit dem Mr Beam II Lasercutter bringt das Unternehmen professionelles Laserschneiden und -gravieren in die heimischen vier Wände. Eine Vielzahl an Materialien wie Sperrholz, Filz, Leder, Stoff oder Latex lassen sich mithilfe dieser Laserstrahlen schneiden oder gravieren. In der Industrie wird diese Technik für viele Herstellungsverfahren bereits seit Jahren eingesetzt. Der Desktop-Lasercutter soll diese industriell genutzte Technologie auch für den Endverbraucher wie Kunsthandwerker, Architekten, Designer und in Zeiten unserer DIY-Gesellschaft auch zunehmend für technische Laien zugänglich machen.

Abhängig vom Material können während des Schneidprozesses allerdings unterschiedliche teilweise auch toxische Gase und Dämpfe entstehen. Aufgrund des Betriebs der Lasercutter in Innenräumen, werden nach dem bisherigen Stand der Technik mehrstufige Filter eingesetzt, die man regelmäßig wechseln muss. Derzeit ist der Filter sehr groß und unhandlich. Dadurch ist die Versuchung groß diesen nicht ordnungsgemäß anzuschließen beziehungsweise zu verwenden.

„Wir arbeiten an einer zweigleisigen Problemlösung aus Materialerkennungs- und Abluftreinigungssystem“ sagt der Projektverantwortliche am INP Dr. Jörn Winter. Zum einen soll über zusätzliche Sensoren das eingelegte Material automatisch erkannt und gegebenenfalls von der Bearbeitung ausgeschlossen werden. Denn für den Laien nicht sichtbare Materialunterschiede können einen großen Unterscheid bei der toxischen Belastung machen. Zum anderen soll ein plasmabasiertes Abluftsystem entwickelt werden, das die Zerstörung von Schadstoffen in ungefährliche Gase ermöglicht und diese herausfiltert. Herausforderung sei es, diese Systeme so klein und praktisch wie möglich zu gestalten, führt Winter weiter aus.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme ‚Open Photonik Pro‘ des Programms ‚Photonik Forschung Deutschland‘ für eine Laufzeit von drei Jahren in der Höhe von insgesamt 823 000 Euro unterstützt.

von mn

www.inp-greifswald.de

www.mr-beam.org

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