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Schwebendes Matterhorn aus 67 Millionen Pixeln

Das Matterhorn ist mit 4478 Metern noch nicht einmal der höchste Berg der Alpen. Doch seine markante, dreieckige Form macht es einzigartig. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Fels-Pyramide mit Satelliten- und Flugzeugüberflügen vermessen und mit diesen Daten ein präzises Geländemodell erstellt, das nun als 3-D-Projektion auf einer 17 Meter hohen Nachbildung des Matterhorns den Berg in den Gasometer Oberhausen holt. Dort schwebt es als Höhepunkt der Ausstellung „Der Berg ruft“ kopfüber im 100 Meter hohen Luftraum des Gasometers. Ein Spiegel auf dem Boden reflektiert den Berg und ermöglicht so den Blick aus der Vogelperspektive.

Knapp 3000 Bilder sind die Grundlage, mit der die Wissenschaftler des Earth Observation Centers (EOC) des DLR die Animation erstellten. Dafür nahm ein Pléiades-Satellit das Matterhorn innerhalb eines Überflugs in nur wenigen Sekunden aus drei verschiedenen Perspektiven auf. Ergänzt wurde die Daten durch Messungen aus dem zweimotorigen DLR-Forschungsflugzeug DO-228. Mit der vom DLR entwickelten 3K-Kamera nahmen die Forscher den Berg mit seinen 2000 Meter steil abfallenden Flanken und dem steten Wechsel von hellen Schneeflächen und dunklen Schatten von allen Seiten auf. Daraus entstand - mithilfe eines Algorithmus, der am DLR ursprünglich Robotern das räumliche Sehen ermöglichte - ein dreidimensionales Geländemodell des Bergs. Im Earth Observation Center kombinierten DLR-Wissenschaftler die gewonnenen Höhendaten und Texturen am Computer zu einem Abbild des Matterhorns und ließen anschließend hunderte virtuelle Kameras über dem Berg in 3-D kreisen - so entstanden Animationen, die die Skulptur lebendig werden lassen. Mit 67 Millionen Pixeln entspricht die Auflösung der Animation dem Achtfachen einer hochaufgelösten Kinoproduktion.

„Wir zeigen auf der Projektionsfläche das Matterhorn im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten, die Aufstiegsrouten, die die Bergsteiger in den vergangenen 150 Jahren erschlossen haben, und die extreme Topographie des Berges", erläutert Nils Sparwasser vom Earth Observation Center des DLR. 17 Projektoren bringen mit der aufwendigen Animation die Details auf die 2033 Quadratmeter Oberfläche des Matterhorn-Nachbaus.

Die Ausstellung des Gasometer Oberhausen zeigt aber nicht nur das Matterhorn: In einzigartigen Filmausschnitten und Fotos zeigt sie die Lebenswelten in eisiger Höhe und dünner Luft, bringt den Besuchern die legendären Erstbesteigungen nahe und berichtet von Triumphen und Niederlagen.

von mn

www.dlr.de

www.gasometer.de

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