Forschung & Entwicklung

Rettung für männliche Küken

Ein laserbasiertes Geschlechtsbestimmungsverfahren von Küken ist auch für kleine, lokale Brütereien interessant.

Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums NRW werden 45 Millionen Küken in Deutschland geschreddert oder vergast, weil sie das falsche Geschlecht haben. Die Aufzucht männlicher Tiere sei nicht wirtschaftlich, weil sie weniger Fleisch ansetzen und keine Eier legen können. Schon seit Jahren sucht daher die Geflügelwirtschaft nach einer Möglichkeit, das Geschlecht im Ei zu bestimmen, um die männlichen Küken gar nicht erst schlüpfen zu lassen.

Wissenschaftler des Instituts für industrielle Informationstechnik (inIT) der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe haben in Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg kürzlich ein Verfahren zum Patent angemeldet, welches das Geschlecht des Kükens schon vor dem Schlüpfen bestimmen kann. Wie das funktioniert, erklärt Professorin Helene Dörksen vom inIT: „Bei dem Verfahren wird ein kleines, etwa 2 mm großes Loch in die Eischale gebohrt, ohne die Eihaut zu verletzen. Anschließend wird mit einem Laser ins Ei geleuchtet und das zurückgeworfene Licht erfasst. Dabei gibt es verwertbare Unterschiede zwischen den Kükengeschlechtern. Aus wissenschaftlicher Sicht handelt es sich hierbei um eine Fluoreszenzspektroskopie.“

Ein auf dem Verfahren abgestimmter Prototyp soll möglichst bald zu einer marktreifen Maschine entwickelt werden, welche flächendeckend von den Betrieben genutzt werden soll. Zwar sind die Anschaffungskosten mit 45 000 € relativ hoch, doch Professorin Helene Dörksen betont, dass nicht nur große landwirtschaftliche Betriebe davon profitieren müssen, sondern eine Anschaffung auch für kleinere Brütereien lohnenswert ist. „Die Maschine, die den Geschlechtertest durchführt, ist sehr mobil und robust. Mehrere kleine Betriebe könnten sich somit die Anschaffungskosten teilen und das Gerät reihum weitergeben. Das ist absolut kein Problem und es muss kein großer Aufwand dafür betrieben werden. Außerdem benötigt das Gerät wenig Platz und ist sehr einfach in der Bedienung“, beschreibt Professorin Dörksen die Vorteile.

von mn

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