Namen & Nachrichten

Quantum Futur-Programm 2018

Studierende aus ganz Deutschland tauchten eine Woche lang in die Welt der Quanten ein. Zum Abschluss wurde der Quantum Futur-Award für herausragende Master- und Promotionsarbeiten zur anwendungsorientierten Quantentechnologie verliehen.

Um die Entwicklung und Zukunftsperspektiven der Quantentechnologie sichtbar zu machen, startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit der Fachcommunity das Quantum Futur-Programm, zu dem neben dem Award auch die Quantum Futur-Akademie gehört. Nachwuchs für diese Zukunftstechnologie zu gewinnen, Karrierechancen in der Forschung und Wirtschaft zu eröffnen sowie ein nationales und internationales Netzwerk für den Berufseinstieg zu schaffen, ist das Ziel. Das Programm richtet sich an Schüler, Studierende, junge Wissenschaftler - aber auch Quanten-Start-ups, Maker und an die interessierte Öffentlichkeit.

Die Praxiswoche bietet Studierenden der Ingenieur- und Naturwissenschaften aller deutschen Hochschulen jährlich die Möglichkeit, einen exklusiven Einblick in die Praxis der angewandten Quantentechnologie zu gewinnen. Das Zentrum für integrierte Quantenwissenschaft und -technologie IQST Ulm und Stuttgart als diesjähriger Gastgeber vor Ort sowie die besuchten Unternehmen in der Region haben mit ihrem Engagement ganz wesentlich zum Erfolg beigetragen.

Abschließendes Highlight war die öffentliche Festveranstaltung an der Universität Stuttgart mit der erstmaligen Verleihung des Quantum Futur-Awards. Der Preis wird vom BMBF für herausragende Master- und Promotionsarbeiten zur anwendungsorientierten Quantentechnologie vergeben, die sich insbesondere mit der technischen Anwendung von kontrollierten Quantenzuständen beschäftigen. Eine Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wählte zum Abschluss der Veranstaltung die 4 Preisträger aus über 25 Bewerbungen aus. Die Gewinner erhielten ein Preisgeld bis zu 6.000 Euro. Einen Sonderpreis vergaben die Teilnehmer der Quantum Futur-Akademie:

Der erste Platz in der Kategorie der Masterarbeiten geht an Sven Bodenstedt von der Universität Stuttgart. Im Rahmen seiner im Dezember 2017 abgeschlossenen Masterarbeit hat er in Kooperation mit Seagate, einem führenden Hersteller von Festplatten, Quantensensoren in Diamant untersucht, die in der Lage sind, Magnetfelder und Temperaturen von Prototypen-Festplatten extremgenau zu charakterisieren und so einen entscheidenden Schritt für die Entwicklung zukünftiger Speichermedien zu leisten.

Mit dem zweiten Platz in der Kategorie der Masterarbeiten wird die Arbeit von Felix Stürner ausgezeichnet. In der an der Universität Ulm im Bereich Physik / Wirtschaftsphysik angefertigten Masterarbeit aus dem September 2017 geht es ebenfalls um Diamant – sogenannte Stickstoff-Fehlstellenzentren (NV-Zentren) werden hier als neuartige Sensoren genutzt. Aktuell ist Stürner Doktorand bei der Robert Bosch GmbH auf dem Gebiet der Quantentechnologie.

Der erste Platz in der Kategorie der Dissertationsarbeiten geht an Carsten Robens. Seine Promotionsarbeit hat er im Februar 2017 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn abgeschlossen. Es ist ihm gelungen, den Stand der Forschung auf dem Weg zum Quantencomputer mit neutralen Atomen ein Stück weit voranzubringen. Das Kernstück seiner Arbeit ist eine neue Methode, die einzelne Atome abhängig von ihrem internen Zustand transportiert und dadurch eine bisher beispiellose Kontrolle über die Position von Atomen in sogenannten polarisationssynthetisierten optischen Gittern ermöglicht. Zurzeit setzt Herr Robens seine wissenschaftliche Arbeit am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA fort.

Mit dem zweiten Platz in der Kategorie der Dissertationsarbeiten wird die Arbeit von Daniel Riedel ausgezeichnet, die im Dezember 2017 an der Universität Basel beendet wurde. Das Ziel seiner Dissertation war es, die Photonen-Ausbeute von einzelnen NV-Zentren zu verbessern, da diese das größte Hindernis auf dem Weg zu einer technologischen Anwendung von NV-Zentren darstellt. NV-Zentren haben ein sehr großes Anwendungspotenzial in der Quanteninformationsverarbeitung. Auch Herr Riedel ist nach seiner Promotion in der Wissenschaft geblieben und arbeitet an der Universität Basel an der Entwicklung eines Diamant-Raman-Lasers.

Die jungen Akademieteilnehmer selbst vergaben ihren eigenen Akademiepreis an Benedikt Tratzmiller.

von mn

www.photonikforschung.de

© photonik.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten