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Namen & Nachrichten Projektzentrum für Biomedizin

In Thüringen entsteht ein neues Projektzentrum im Bereich mikroelektronische und optische Systeme für die Biomedizin.

Gesundheit, demografischer Wandel und Wohlergehen sind zentrale gesellschaftliche Herausforderungen. Diese sind nur zu bewältigen, wenn Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft eng zusammenarbeiten. Dabei sind der Einsatz und die Weiterentwicklung von Schlüsseltechnologien in Bereichen wie Biowissenschaften, Mikroelektronik sowie Optik und Photonik von besonderer Bedeutung. Aus diesem Grund werden am Standort Erfurt drei Fraunhofer-Institute im Rahmen des Fraunhofer-Projektzentrums „Mikroelektronische/Optische Systeme für die Biomedizin“ gemeinsam an interdisziplinären Ansätzen arbeiten: das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS, das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, sowie das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI.

Schon heute seien fünf Institute bzw. Institutsteile mit 600 Beschäftigten und einem Jahresbudget von 65 Millionen Euro in Thüringen aktiv. Mit dem neuen Projektzentrum wird der Standort zusätzlich an der Schnittstelle der Thüringer Kernbranchen Optik, Medizintechnik und Mikroelektronik gestärkt. Das Land wird die Gesamtkosten der Anlaufphase bis 2022 in Höhe von 35 Millionen Euro zur Hälfte tragen. Die Anschubfinanzierung von 20 Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre übernehmen die Fraunhofer-Gesellschaft und Thüringen gemeinsam zu gleichen Teilen. Ebenfalls zu gleichen Teilen übernehmen sie die Investitionen von rund 15 Millionen Euro für Bau und Ausstattung des neuen Projektzentrums. Danach soll das Projektzentrum in die Bund-Länder-Finanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen werden.

„Gesellschaftliche Herausforderungen wie das Vorantreiben der Biomedizin sind nur mit interdisziplinären Ansätzen zu lösen. Mit dem neuen Projektzentrum setzen wir hier ein deutliches Zeichen. Der interdisziplinäre Ansatz von Biowissenschaften, Mikroelektronik sowie Optik und Photonik wird zur erfolgreichen Weiterentwicklung von biomedizinischen Anwendungen und zu neuen medizintechnischen Lösungen zum Wohle aller beitragen. Dabei ist auch der Standort Erfurt mit seiner Forschungsinfrastruktur, den angesiedelten Unternehmen und der Anknüpfung an die Hochschulen in Erfurt, Ilmenau und Jena ein wichtiger Erfolgsfaktor“, sagt Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Das Projektzentrum wird sich zunächst auf zwei ausgewählte Anwendungsfelder konzentrieren: die verbesserte medizinische Bildgebung und Visualisierung sowie Technologien für die Biomarker-Analyse. Perspektivisch ist die Ausweitung der Aktivitäten auf andere Anwendungsfelder denkbar. Unter Berücksichtigung von zum einen politischen Strategien wie der EU-Wachstumsstrategie, der Hightech-Strategie der Bundesregierung sowie der Thüringer Innovationsstrategie und zum anderen aktueller Trends der Biomedizin sollen anwendungsreife Systeme für Medizintechnik, Analytik, Diagnostik, Biotechnologie, Biophotonik, Pharma, Gesundheit und Altern sowie Ernährungswirtschaft entwickelt und in die Industrie transferiert werden.

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