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Optische Kohärenztomographie: Gründung eines Expertennetzwerks

Vielen medizinischen Disziplinen fehlt das Know-how, um die optische Kohärenztomographie anzuwenden. In den vergangenen Monaten wurde ein Netzwerk aus Ärzten und Partnern aus Industrie und Forschung aufgebaut, um weitere Anwendungsgebiete der Technologie zu erschließen.

In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt haben das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und der deutsche Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien Spectaris die interdisziplinäre Forschungsallianz OCT für die Medizin ‚Innovationsforum FOMed‘ aufgebaut. Um diese Zusammenkunft von Anwendern, Entwicklern und Forschern weiterhin zu ermöglichen, haben die Partner nun das ‚Innovations-Hub FOMed: OCT für neue medizinische Applikationen‘ gegründet. Das Netzwerk bündelt bereits jetzt Kompetenzen und Interessen nahezu aller Akteure der Wertschöpfungskette – von der medizinischen Anwendung bis zur Forschung und Entwicklung der Systeme und Komponenten.

Klinische Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen des Innovationsforums FOMed benannten konkrete Bedarfe, die durch den künftigen Einsatz der OCT-Technologie optimal adressiert werden können: optimierte Diagnosen, schonendere Therapien für den Patienten und die Beschleunigung des Operations-Workflows.

Das Fraunhofer IPT wird die anwendungsbezogene Weiterentwicklung der OCT-Technologie für neue medizinische Einsatzfelder koordinieren und dazu das Netzwerk als Plattform für Produktinnovationen der OCT ausbauen. Ziel ist es, systematisch medizinische Anforderungen zu identifizieren, gemeinsam Ideen zu gestalten und weiterzuentwickeln, Lösungen aufzuzeigen und diese in konkreten Forschungs- und Entwicklungskooperationen umzusetzen.

Die nichtinvasive Bildgebungstechnologie OCT basiert auf kurzkohärenter Interferometrie mit Licht und kann in der Praxis dazu eingesetzt werden, organische Gewebe dreidimensional darzustellen. Durch Eindringtiefen von mehreren Millimetern, Auflösungen von wenigen Mikrometern, Scanraten in Echtzeit und Möglichkeiten der Miniaturisierung kombiniert diese Technologie viele Vorteile anderer bildgebender Verfahren. Der Patient wird zudem keinerlei schädigender Strahlung ausgesetzt und belastende Erfahrungen durch invasive Verfahren lassen sich auf diese Weise stark reduzieren.

Wie effektiv sich die Technologie einsetzen lässt, ist von den Absorptionseigenschaften des jeweiligen Gewebes abhängig. Der OCT-Markt fokussiert heute vor allem die Augenheilkunde. Anwendungsfelder der nicht- oder minimalinvasiven Medizin wurden bislang nicht erschlossen. Um die Technologie für neue Anwendungen auszulegen, sind Anpassungen des Systemdesigns erforderlich, die jetzt im FOMed-Netzwerk entwickelt werden sollen.

Interessierte Unternehmen sind herzlich eingeladen, sich am Netzwerk zu beteiligen. Weitere Informationen finden sie unter www.forschungsallianz-oct.de.

von mn

www.ipt.fraunhofer.de

www.spectaris.de

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