Forschung & Entwicklung

Displays in neuem Licht

Ein neuartiger lichtemittierender organischer Transistor lässt sich durch Lichtpulse ein- und ausschalten und kann für die Entwicklung smarter Displays eingesetzt werden, deren Auflösung weit über den besten Retina-Displays liegt.

Organische lichtemittierende Transistoren, eine Art Symbiose aus organischem Transistor (OTFT) und organischer Leuchtdiode (OLED), sind Schlüsselkomponenten für verschiedene optoelektronische Anwendungen im Displaybereich. Die Integration mehrerer verschiedener Funktionalitäten in ein und dasselbe Bauteil stellt eine große Herausforderung dar, und die nächste Generation von hochauflösenden Bildschirmen erfordert darüber hinaus eine Verdichtung visueller Information in einzelne und ultrakleine Punkte.

Ein interdisziplinärer Verbund von Chemikern und Physikern der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Straßburg und dem University College London hat nun einen großen Schritt vorwärts unternommen und erstmals einen lichtemittierenden organischen Transistor entwickelt, der durch Licht kontrolliert werden kann. Dazu haben sie ein speziell maßgeschneidertes Molekül als kleinstmöglichen optischen Schalter mit einem lumineszierenden Polymer kombiniert. Im so hergestellten Bauelement ändert der molekulare Schalter unter Einwirkung von ultraviolettem und sichtbarem Licht reversibel seine elektronischen Eigenschaften und das Leuchten wird somit gesteuert. Da es für Displayanwendungen nicht ausreicht, lediglich eine Farbe abzustrahlen, haben die Forscher die Schaltermoleküle und Polymere variiert und so auf einander abgestimmt, dass die entsprechenden Transistoren in allen drei Primärfarben, das heißt rot, grün und blau, leuchten und somit das gesamte Farbspektrum abdecken können.

Das Anwendungspotenzial des Ansatzes konnte eindrucksvoll demonstriert werden, indem beliebige Muster, wie beispielsweise Buchstaben, mit einem Laser wiederholt geschrieben und gelöscht wurden und zwar mit extrem hoher Geschwindigkeit und räumlicher Auflösung von wenigen Mikrosekunden und Mikrometern – jenseits der derzeitig besten Retina-Displays. Als Resultat ist es somit prinzipiell möglich, die schnellen und hochauflösenden smarten Displays bequem anzusteuern und beliebig zu konfigurieren.

von mg

Originalveröffentlichung:

[L. Hou, X. Zhang, G. F. Cotella, G. Carnicella, M. Herder, B. M. Schmidt, M. Pätzel, S. Hecht, F. Cacialli, P. Samorì, Optically switchable organic light-emitting transistors, Nat. Nanotechnol. (2019), DOI: 10.1038/s41565-019-0370-9]

www.hu-berlin.de

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