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OptecNet Deutschland Jahrestagung 2018

Holografische Windschutzscheiben, Augmented-Reality-Head-up-Displays und IR-Kameras zur Fahrerüberwachung – Die Teilnehmer der OptecNet-Jahrestagung bekamen einen Einblick in die Photonik für das Auto der Zukunft.

Zum zweiten Mal nach 2017 hatte der Photonikverbund OptecNet Deutschland Mitglieder und Interessierte zu seiner Jahrestagung eingeladen. Veranstaltungsort war in diesem Jahr das Harnack-Haus in Berlin, eine geschichtsträchtige Tagungsstätte der Max-Planck-Gesellschaft in unmittelbarer Nähe zur Freien Universität Berlin.

Brücken zwischen Branchen schlagen

Die Tagung eröffnete mit Willkommensgrüßen. Daniela Reuter, Vorstandsvorsitzende von OptecNet Deutschland, betonte dabei den Stellenwert der Jahrestagung für die Photoniknetzwerke und besonders deren Mitglieder, denen sich die Mögllichkeit zum fachlichen Austausch und dem Knüpfen neuer Kontakte biete. Die Jahrestagung solle eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Branchen schlagen, in denen die Optischen Technologien Anwendung finden, unterstrich Daniela Reuter. Auch wenn die Photonik zumindest innerhalb einer Sparte einer fast familiären Community gleichen würde, werden neue branchenübergreifende Kontakte zur Stärkung und zu weiterem Wachstum der Photoniklandschaft in Deutschland beitragen können.

Dr. Rainer Seidel von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe bot in seiner Begrüßung einen kurzen Rückblick auf die Anfänge und die Entwicklung optischer Technik in Berlin, die bis in die Gründung aktuell erfolgreicher Berliner Firmen und Forschungseinrichtungen mündet. Repräsentativ nannte Seidel Berliner Glas, First Sensor, Sicoya und das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut.

Claudia Buhl, Leiterin der Clusterplattform ‚go-cluster‘ sprach im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie über die Plattform, die derzeit 90 Innovationscluster aus ganz Deutschland vereint. Buhl veranschaulichte im übertragenen Sinne die Bedeutung von Clustern und Netzwerken mit einem Zitat des griechischen Philosophen Platon: ‚Wenn zwei Knaben jeder einen Apfel haben und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen. Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken.‘ Mit diesen Worten wünschte Sie den Teilnehmern eine höchst erfolgreiche Netzwerkveranstaltung.

Photonik in Fahrzeugen, Produktion und Schaltungen

Beide Veranstaltungstage begannen mit einer Plenarsession von ausgewählten Keynote-Vorträgen, gefolgt von zwei parallel veranstalteten Sessions am Nachmittag. Das Programm bot einen umfassenden Einblick in die Themengebiete Photonik für Fahrzeuge der Zukunft, digitalisierte Produktion: Messtechnik, digitalisierte Produktion: Lasertechnik und Photonic Integrated Circuits (PIC). Die Vortragsthemen waren vielfältig:  Das Spektrum reichte von bereits eingesetzten und zukünftigen optischen Sensoren in Automobilen über die additive Fertigung im industriellen Maßstab bis hin zur integrierten Photonik für die Datenübertragung in der Telekommunikation und auf Waferebene.

Die Plenarsession am Donnerstag bereicherte ein israelischer Gast. Baruch Glick von der Israeli Hi-Tech Association lieferte interessante Einblicke in die israelische Photoniklandschaft. Israel sei geprägt von einem großen Unternehmergeist in den Hochtechnologiesparten, betonte Baruch. Er zeigte anhand von Beispielen, wie optische Technologien von israelischen Firmen erfolgreich in kommerzielle Produkte überführt wurden. Darunter beispielsweise eine Landehilfe bei schlechten Wetterbedingungen für die kommerzielle Luftfahrt, ein Head-Up-Display für Radfahrer, das die finale Entwicklungsstufe erreicht hat, und eine Capsule-Endoscopy-Technologie, bei der sich eine Miniaturkamera in einer Pille befindet, die vom Patienten geschluckt wird. Ein Höhepunkt der isrealischen Photoniklandschaft stellt das 2016 eröffnete Israel Center for Advanced Photonics dar, dessen Bau die israelische Regierung mit 50 Millionen Dollar unterstützte.

Neben den Vorträgen fand in den Räumlichkeiten des Tagungsortes eine begleitende Industrieausstellung statt, auf der sich Firmen und Institute präsentierten und das Gespräch mit den Teilnehmern suchten.

Auch im kommenden Jahr ist die OptecNet Jahrestagung bereits fest eingeplant. Das Treffen wird voraussichtlich in Thüringen stattfinden.

von mg

www.optecnet.de

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