Forschung & Entwicklung

OLED-Integration in Textilien

Organische Leuchtdioden sind vor allem in Fernsehern und Smartphone-Displays zu finden. Nun lassen sie sich auch in Textilien integrieren und können unter anderem zu mehr Sicherheit von Personen im Straßenverkehr beitragen.

Die vielseitigen OLED können nicht nur farbig leuchten, sie können auch in beliebigen Formen und sogar transparent und dimmbar gestaltet werden. Aufgebracht auf hauchdünnen Folien, finden sie nun auch den Weg in Textilien. Die Anwendungsbreite ist dabei vielfältig und längst nicht nur auf Modetrends oder unverwechselbare Marken- und Designelemente beschränkt.

Die Integration von leuchtenden Elementen in Kleidung ist nicht nur ein modisches Designs, sondern kann auch ganz konkret Nutzen schaffen: leuchtende Logos oder Applikationen werden eher wahrgenommen und erhöhen die Sichtbarkeit und damit die Sicherheit der Träger, zum Beispiel im Straßenverkehr erheblich. Denkbar und nützlich wäre der Einsatz beispielsweise in der Arbeitskleidung für die Nachtlogistik.

Da die Wissenschaftler die OLED für spezifische Wellenlängenbereiche anpassen können, sind auch spezielle Einsatzgebiete wie in der Medizin denkbar. So ist beispielsweise infrarotes Licht in der Therapie von Hautkrankheiten erfolgreich. Damit könnte es Shirts mit integrierten flächigen Infrarot-Leuchten zur Lichttherapie geben.

Um die Integration von OLED-Elementen in Kleidung einfacher zu gestalten und auch Designern die Möglichkeit zu geben, die Technologie unkompliziert anwenden zu können, haben die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP einen funktionalen Knopf entwickelt. Bei diesem ‚O-button‘ ist eine hauchdünne folienbasierte OLED zusammen mit einem Mikrocontroller auf einer konventionellen Leiterplatte kombiniert. Diese Platine in Form eines Knopfes wird mit leitfähigem Garn am Textil befestigt sowie mit Strom versorgt beziehungsweise angesteuert. Die OLED selbst ist stufenlos dimmbar. Auch zwei-farbvariable Varianten des Knopfes sind verfügbar. Der Strukturierung der OLED sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Die so ausgestatteten Textilien sollen Designern Anregungen für neue innovative Designs geben und damit weitere Anwendungsgebiete erschließen.

Das Fraunhofer FEP hält hierfür Muster des ‚O-BUTTON‘ bereit, kann individualisierte Designs in erste Prototypen überführen und Partner bis zur Pilotfertigung sein. Herausforderungen hinsichtlich der weiteren Textilintegration, der Waschbarkeit oder des Recyclings werden zusammen mit Partnern angegangen und weiterentwickelt. In etwa drei Jahren soll dann die erste OLED-Mode erhältlich sein.

von mn

www.fep.fraunhofer.de

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