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Neue Wege zur Fachkräftesicherung

Die deutsche Industrie steht vor großen Herausforderungen. Der internationale Wettbewerb und die Digitalisierung fordern gerade von den die Photonik prägenden kleinen und mittleren Unternehmen beständige Modernisierungen von Organisation und Technik. Zudem müssen die Unternehmen diese Veränderungen mit alternden Belegschaften und knapper werdenden Nachwuchskräften schultern.

Auf dem Photonics Forum (Halle A3 – Industrial Laser Applications) der Laser 2017 in München möchte OptecNet Deutschland am 26. Juni 2017 von 12.20 Uhr bis 13 Uhr dazu zu einer offenen Podiumsdiskussion mit zwei Fachvorträgen einladen.

Die neue Arbeitswelt erfordert neue Konzepte für die Aus- und Weiterbildung. Komplexe Arbeitsprozesse mit abnehmender Nachvollziehbarkeit im Prozess verändern die Rollen von Facharbeitern und Ingenieuren. So werden in Zukunft auch Facharbeiter zu 75 % theorielastig und nur noch zu 25 % handwerklich arbeiten. In einer Befragung von Firmen wurden insbesondere Programmierkenntnisse, Problemlösungskompetenz und ein Gesamtprozessverständnis als wichtige Anforderungen für die Zukunft ermittelt.

Im Arbeitsprozess selbst wird informelles Lernen immer wichtiger. Ein lebenslanger, selbstgesteuerter Lernprozess wird zur neuen Herausforderung für alle Mitarbeiter. In der Aus- und Weiterbildung muss diese Entwicklung nun mit neuen Konzepten unterstützt werden.

Wir freuen uns, dazu Frau Prof. Dr.-Ing. Maren Petersen vom Fachbereich Produktionstechnik des Instituts Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen begrüßen zu können. Ihr Forschungsinteresse gilt insbesondere der Veränderung der industriellen, gewerblich-technischen Facharbeit, Stichwort: Industrie/Arbeit 4.0. Damit verbunden sind für sie auch die Fragen, welche Konsequenzen die Anwendung komplexer Technologien auf die Qualifikationsanforderungen an Fachkräfte hat und wie sich dieser Wandel von Lehrkräften an berufsbildenden Schulen und betrieblichem Ausbildungspersonal aufgreifen und gestalten lässt.

Abseits tradierter Ausbildungswege bietet das Konzept der offenen Innovationprozesse (Open Innovation) zusammen mit neuen Methoden der Wissensvermittlung und verschiedenen Kreativtechniken vielfältige Möglichkeiten. Wir dürfen dazu Herrn Prof. Dr. rer. nat. Thomas Pertsch, seit 2008 Professor für Angewandte Physik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, begrüßen. Er setzt sich als Mitglied des Direktoriums des Abbe Center of Photonics und Sprecher der Abbe School of Photonics insbesondere für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Ausbildungsprogramme ein. So entsteht am Abbe Center of Photonics zurzeit mit der „Lichtwerkstatt“ ein offenes Innovationslabor mit angeschlossenem „Open Photonics Makerspace“.

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