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Mobiler OCT-Retina-Scanner

Speziell für die Untersuchung an Kleinkindern wurde ein tragbares Gerät entwickelt, das Aufnahmen der Netzhaut in zellulärer Auflösung macht.

Diagnostische Geräte zur Untersuchung der Netzhaut sind hervorragend für erwachsene Menschen geeignet. An Säuglingen oder Kleinkindern lassen sie sich jedoch nur schwer einsetzen, da Kinder nicht die erforderliche Konzentration aufbringen und die entsprechende Position für eine ausreichende Zeitspanne halten können, um die Untersuchungen durchzuführen.

In den vergangenen drei Jahrzehnten war die optische Kohärenztomographie (Optical Coherence Tomography, OCT) die gängigste Methode zur Augenuntersuchung. Die Geräte dafür sind jedoch  meist Tischausführungen, vor denen der Patient still sitzen und auf einen Punkt fokussieren muss. Die Untersuchung kann 10 Minuten und länger dauern.

Das neue OCT-System entwickelt von Ingenieuren, Physikern und Ophthalmologen an der amerikanischen Duke University, Durham, North Carolina, ist so groß wie eine Schachtel Zigaretten, sehr leicht und nimmt die Zellstruktur der Netzhaut mit einem hohen Detailgrad auf. Erstmals konnten die Forscher damit die Zapfendichte bei Kleinkindern messen. Das System soll helfen, vererberbte Augenkrankheiten bei Kindern rechtzeitig zu diagnostizieren. Bei der Nutzung eines Prototyps im klinischen Alltag konnte z. B. eine Datenbank erstellt werden, die einen guten Einblick lieferte, wie sich die Netzhaut im Kindesalter entwickelt.

Originalveröffentlichung:

[F. LaRocca et al., In Vivo Cellular-Resolution Retinal Imaging in Infants and Children Using an Ultracompact Handheld Probe, Nature Photonics (2016), DOI: 10.1038/NPHOTON.2016.141]

www.duke.edu

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