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Friedrich-Schiller-Universität Jena Medizin in neuem Licht

Nachwuchs für die Forschung und High-Tech-Entwicklung an der Nahtstelle von Optik und Lebenswissenschaften: Die Friedrich-Schiller Universität Jena bietet ab Herbst 2016 den neuen interdisziplinären englischsprachigen Masterstudiengang „Medical Photonics“ an.

Krankheiten in ihren Ursachen verstehen, früher erkennen und gezielter therapieren – diese Hoffnungen verbinden sich mit der modernen Biomedizin. Licht spielt bei der Umsetzung dieser ehrgeizigen Ziele eine Schlüsselrolle. Optische und photonische Verfahren ermöglichen es, Lebensvorgänge in Zellen und Geweben bis in molekulare Dimensionen hinein zu verfolgen und zu beeinflussen. Auch in der klinischen Praxis haben optische Systeme in der Diagnose und Therapie von Krankheiten einen wichtigen Platz eingenommen. Hierzu gehören klassischer Weise augenoptische Produkte, Forschungs- und Operationsmikroskope, aber auch Endoskope, Therapielasersysteme sowie diagnostische und analytische Systeme.

Die Entwicklung neuer optischer Methoden erfordert ein breites Grundlagenwissen sowohl in der Biomedizin als auch in den Naturwissenschaften, Mathematik und Spezialwissen in ausgewählten Bereichen der Mikroskopie, der Spektroskopie und Diagnostik sowie aktuellen kliniknahen Anwendungen photonischer Techniken. Der gemeinsam von der Medizinischen, der Chemisch-Geowissenschaftlichen und der Physikalisch-Astronomischen Fakultät eingerichtete englischsprachige Masterstudiengang „Medical Photonics“ bereitet angehende Wissenschaftler auf genau diese Anforderungen vor.

Inhalte und Ablauf

Zielgruppe des Studienganges sind Absolventen der Bachelor-Studiengänge Physik, Chemie, Biologie und Biochemie/Molekular­biologie sowie Absol­venten eines Humanmedizinstudiums. Um die unterschiedlichen Abschlüsse und Kenntnisse der etwa 30 Studierenden zu berücksichtigen, werden sie in Modulen des Blocks Adjustment in den Nachbardisziplinen ausgebildet. Kurse in Statistik und Programmier­techniken, die für die Bildverarbeitung wichtig sind, ergänzen die Grundlagenausbildung. In den Spezialisierungs­­modulen arbeiten sich die Studierenden in optische und photonische Techniken ein, die gegenwärtig in der biomedizinischen Forschung und der klinischen Praxis angewandt werden. Darunter sind moderne Methoden der Mikroskopie und der Spektroskopie sowie die klinischen Anwendungen optischer und photonischer Techniken.

Ein praktischer Kurs in Physik, Physikalischer Chemie und Physiologie vertieft das in den Vorlesungen und Übungen vermittelte Wissen. Im dritten Semester bietet ein Praktikum den Studierenden zudem die Möglichkeit, an einem aktuellen Forschungsthema mitzuarbeiten und führt sie somit an die Thematik der Masterarbeit heran, mit der das Studium abschließt.

Der Masterstudiengang „Medical Photonics“ befähigt die Absolventen zum Einsatz und zur Weiterentwicklung optischer Methoden als Werkzeug in der biomedizinischen Forschung und in der klinischen Anwendung. Sie sind damit bestens für Tätigkeiten in technologie­orientierten Unternehmen der Optik-, Medizintechnik- und Life Science-Branche vorbereitet. Mit dem Masterabschluss besteht auch die Möglichkeit der Promotion. Medizinstudenten können zudem am M.D./Ph.D. Programm der Medizinischen Fakultät teilnehmen.

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