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FAQ Laserschutz Kommt ein Laserpointer-Verbot in Deutschland?

Trotz zahlreicher Vorfälle, in denen Laserpointer missbräuchlich als Blendwaffen gegen Einsatzkräfte, Fahrzeugführer und Passanten eingesetzt wurden, gibt es in der Bundesrepublik bislang kein generelles Verbot für den Besitz von Hochleistungs-Laserpointern der Klassen 3B und 4. Nach einigen Diskussionen ist es aber wohl nur eine Frage der Zeit, bis ein entsprechendes Verbot ausgesprochen wird. Anders ist die Situation zum Teil im Ausland. Zahlreiche Länder haben in den vergangenen Jahren leistungsstarke Laserpointer bereits zu gefährlichen Instrumenten, teilweise sogar zu Waffen erklärt und entsprechende Verbote erlassen. Gemeint sind damit batteriebetriebene, stiftförmige Handheld-Lasergeräte, wie sie auch zu Präsentationszwecken eingesetzt werden, und nicht etwa Nivellierlaser auf Baustellen.

Das jüngste und wohl eines der restriktivsten Verbote von Laserpointern gilt seit diesem Jahr in der Schweiz. So ist es dort seit dem 1. Juni 2019 verboten, Laserpointer mit den Laserklassen 1M, 2, 2M, 3R, 3B und 4 zu handeln, zu besitzen, einzuführen oder auch nur durchzuführen. Laserpointer der Klasse 1 bleiben zu Präsentationszwecken ausschließlich in Innenräumen weiterhin erlaubt. Speziell für Laserpointer der Klasse 2 gibt es noch eine Übergangsfrist. Bis 1. Juni 2021 dürfen diese in Innenräumen noch verwendet werden. Anschließend müssen sie ebenfalls entsorgt werden. Auch wenn die neue gesetzliche Regelung in der Schweiz besonders streng erscheinen mag, so ist sie doch kein Einzelfall. Australien beispielsweise führte bereits 2008 restriktive Maßnahmen gegen leistungsstarke Laserpointer ein. In Teilen des Landes fallen Laserpointer der Klassen 3R, 3B und 4 unter das Waffengesetz. Wer sie dennoch besitzt, riskiert hohe Geld- oder gar Gefängnisstrafen bis zu 14 Jahren.

Daher empfiehlt es sich als Geschäftsreisender, sich vor Reiseantritt über die jeweilige Gesetzeslage in Bezug auf die Verwendung von Laserpointern im Zielland aber auch in Transitländern zu informieren, um eventuell schwerwiegende juristische Konsequenzen aufgrund eines unzulässigen Laserpointers im Reisegepäck zu vermeiden.

Wer sich über die Problematik der Laserpointer-Attacken näher informieren möchte, kann sich das Infoblatt des Bayerischen Laserzentrums dazu über den QR-Code herunterladen. Einen Erfahrungsbericht zum Laserpointer-Verbot in der Schweiz gibt Herr Ruedi Maier vom Justiz- und Sicherheitsdepartement Basel-Stadt auf den Bayerischen Laserschutztagen vom 21. bis 22. Januar 2020 in Nürnberg. (Programm unter https://www.blz.org/fileadmin/Programm_Laserschutztage_2020.pdf).

von mn

Kontakt:

Dr.-Ing. Hans-Joachim Krauß

Bayerisches Laserzentrum GmbH (blz)

Tel. 09131 / 97790-23

j.krauss@blz.org

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