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Hoffnung für Nierenkranke

Hochauflösende Structured Illumination Mikroskopie (SIM) ermöglicht eine schnellere Diagnose von Nierenkrankheiten.

Derzeit ist keine optische Bildgebungsmethode bekannt, die eine Visualisierung von Podocyten-Fußfortsätzen ermöglicht. Aufgrund ihrer geringen Größe ist die Beobachtung mittel optischer Mikroskopie eine große Herausforderung. Hochauflösende Mikroskopie-Techniken, wie STORM (Stochastic Optical Reconstruction Microscopy ) und STED (Stimulated Emission Depletion) kommen derzeit für Routinediagnosen bei Nierenkrankheiten nicht in Frage, da u. a. die Probenvorbereitung mit bis zu zwei Wochen zu lange dauert oder im Fall von STORM spezielle Fluorophore benötigt werden.

Das auch der Einsatz bisher verwendete Elektronenmikroskopie zeitaufwendig ist, haben Forscher der St. Andrews Universität, des Montefiore Medical Center und des Albert Einstein College of Medicine in New York untersucht, ob SIM (Structured Illumination Microscopy)  eine geeignete Methode zur Diagnose von Nierenkrankheiten aufgrund von Veränderungen in der Podocyten-Substruktur darstellt. Die Wissenschaftler zeigten, dass die hochauflösende SIM-Technik ausreichende Informationen liefert, die normale von nephrotischen Podocyten unterscheiden lässt. Im Vergleich zur Transmissonselektronenmikroskopie (TEM) erleichtert SIM eine schnelle Diagnose durch 3D-Aufnahmen und große en face-Bilder der Fußfortsätze, die mittels TEM nahezu unmöglich zu erhalten sind.

Originalveröffentlichung:
[J. M. Pullman, J. Nylk, E. C. Campbell, F. J. Gunn-Moore, M. B. Prystowsky, K. Dholakia, Visualization of podocyte substructure with structured illumination microscopy (SIM): a new approach to nephrotic disease, Biomedical Optics Express Vol. 7 (2016) , DOI: 10.1364/BOE.7.000302]

www.st-andrews.ac.uk

www.einstein.yu.edu

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