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Hochschule Niederrhein erhält eigenen Zugang zu Synchrotronstrahlquelle

Die Hochschule Niederrhein wird im südpolnischen Krakau eine Beamline installieren, um diese ihren Wissenschaftlern sowie externen Partnern für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen. Ein dementsprechender Kooperationsvertrag mit dem polnischen National Synchrotron Radiation Centre Solaris der Jagiellonen-Universität in Krakau und der thailändischen Synchrotron-Quelle SIAM Photon Source des Synchrotron Light Research Institute (SLRI) in Nakhon Ratchasima wurde jetzt in Krakau unterschrieben.

„Wir ermöglichen unseren Forscherinnen und Forschern den exklusiven Zugang für röntgenabsorptionsspektro­skopische Experimente. Ein solcher Zugang ist derzeit weltweit nur an wenigen Synchrotronquellen möglich“, sagte Hochschulpräsident Professor Hans-Hennig von Grünberg bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags. Die Hochschule Niederrhein ist die erste Hochschule für angewandte Wissenschaften überhaupt, die ihren Forschern auf diese Weise einen regelmäßigen Zugang zu der hochwertigen Forschungsinfrastruktur ermöglicht.

Die Messzeiten für Experimente mit Synchrotronstrahlung sind weltweit sehr begehrt und beschränkt. Sie erlauben den Forschern, tief in ihre jeweils zu untersuchenden Materialien einzusteigen und chemische Prozesse auf atomarer Ebene zu verstehen. Wissenschaftler können dank ihrer Hilfe nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch die Struktur und chemische Bindungsverhältnisse einer Substanz ermitteln. Sie können versteckte Fragmente auf nahezu jedem Detaillevel reproduzieren, ohne die Oberflächenbeschaffenheit zu tangieren.

„Ein Synchrotron wird oftmals für die Grundlagenforschung betrieben. Wir hingegen wollen unsere Beamline nutzen, um Fragestellungen aus der Praxis aufzugreifen und die Technik als weitergehende chemische Analytik unseres Oberflächenzentrums HIT zu etablieren. Unsere Forscher übersetzen die Ergebnisse von grundlegenden Forschungsarbeiten in die Anwendung. Das ist eine ganz neue Form des Wissenstransfers“, sagt Professor Alexander Prange, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Hochschule Niederrhein.

In Krakau einigten sich die drei Kooperationspartner darauf, dass die Hochschule Niederrhein bei Solaris eine eigene Beamline installieren kann, die in Kooperation mit der thailändischen Synchro­tronquelle Siam Photon Source sowie der Bonner Universität gebaut und installiert wird. Im Sommer 2020 soll diese in den Messbetrieb gehen.

Prange schwebt dann ein reger Austausch mit Krakau vor. So werden auch fortgeschrittene Studierende oder Doktoranden von den neuen Forschungsmöglichkeiten profitieren können. Die ersten Projekte aus den Bereichen Textil, Oberflächenchemie und Gesundheitsforschung sind bereits in Vorbereitung. mn

www.hs-niederrhein.de

www.synchrotron.uj.edu.pl

www.slri.or.th

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