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Helmholtz-Gemeinschaft: neuer Standort in Israel

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat ein neues Auslandsbüro in Tel Aviv eröffnet. Damit will sie ihre langjährigen Kooperationen mit Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft ausbauen – und weitere aufbauen. Das neue Büro wird das insgesamt vierte Auslandsbüro der Forschungsgemeinschaft sein. Offiziell wurde es im Rahmen der Feierlichkeiten der deutschen Botschaft Israel zum Tag der Deutschen Einheit in Tel Aviv eröffnet.

„Wir haben uns für diesen Standort entschieden, weil wir in unseren langjährigen Kooperationen mit israelischen Partnern eine unglaubliche Dynamik wahrnehmen“, sagt Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „In vielen wissenschaftlichen Bereichen wie der Medizin, der Chemie oder Physik, der Umwelt- oder Energieforschung bietet das Land Spitzenwissenschaft auf internationalem Top-Level. Auf dem breiten Feld der Digitalisierung ist Israel Weltspitze. Deshalb wollen wir unsere hervorragenden Grundlagen nutzen, um eine neue Qualität der Zusammenarbeit und eine neue Dimension der Partnerschaft zu erreichen.“

Beeindruckend sei die israelische Gründer-Szene, sagt Wiestler. Nirgendwo auf der Welt ist deren Dichte höher als in der Gegend um Tel Aviv, wo geschätzte 6000 Start-ups tätig sind. Das eröffne viele interessante Möglichkeiten, um Know-how und Technologie noch schneller in die Anwendung zu bringen.

Das neue Büro wird in einem zentralen Co-Working-Space in Tel Aviv angesiedelt sein. „Viele junge Existenzgründer haben hier ein Standbein“, sagt Billy Shapira, die Leiterin des neuen Helmholtz-Büros in Tel Aviv. Shapira war viele Jahre lang in verantwortlichen Positionen für die Hebrew-University in Jerusalem tätig, zuletzt als Vizepräsidentin und Kanzlerin.

Erst im April 2017 hat Helmholtz eine Kooperation mit dem Weizmann Institut, einer der bedeutendsten Wissenschaftseinrichtungen in Israel, ins Leben gerufen. Das Weizmann-Helmholtz Laboratory for Laser Matter Interaction (WHELMI) im israelischen Rechovot soll eine Brücke zwischen der Grundlagen- und der angewandten Forschung in der Laserteilchenbeschleunigung schlagen. Hier sollen hochintensive Laser entwickelt werden, dank derer sich extrem schnell ablaufende chemische oder biologische Prozesse beobachten lassen. Das wird auch in der Strahlentherapie zur Behandlung von Tumoren zum Einsatz kommen. WHELMI ist eine Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit rund 39 000 Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 4,5 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

von mn

www.helmholtz.de

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