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Forschung & Entwicklung Gewebeproben digital und in 3D

Ein neues Verfahren ermöglicht anhand von Gewebeproben, Blut- und Lymphgefäße in Lymphödemen digital räumlich zu rekonstruieren, visuell darzustellen und zu analysieren.

Forscher des Exzellenzclusters „Cells in Motion“ der Universität Münster und des Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin in Münster haben mit VIPAR (volume information-based histopathological analysis by 3D reconstructionand data extraction) ein Verfahren entwickelt, mit dem dreidimensionale Bilder von Blut- und Lymphgefäßen in Gewebeproben erzeugt werden können.

Das interdisziplinäre Wissenschaftlerteam untersuchte drei Hautbiopsien gesunder Menschen und eine Hautbiopsie eines Patienten mit Lymph­ödem. Die Wände der Lymph- und der Blutgefäße wurden mit fluoreszierenden Antikörpern markiert und mit einem  Lichtblattmikroskop untersucht. Das Mikroskop rastert jede Probe schichtweise mithilfe eines Laserstrahls ab und liefert mehrere tausend optische Schnittbild-Ebenen der Proben.

Mit einem speziellen Softwaresystem, genannt Voreen ( volume rendering engine), werden die einzelnen Schnittbilder am Computer wieder zusammengesetzt und eine 3D-Rekonstruktion der gesamten Gewebestruktur erzeugt. Diese Darstellung der Hautbiopsie mit Lymphödem ließ deutliche Veränderungen in der Gefäßstruktur im Vergleich zu den gesunden Hautproben erkennen, vor allem die teilweise Fragmentierung der Lymphgefäße.

Originalveröffentlichung:

[R. Hägerling et al., VIPAR, a quantitative approach to 3D histopathology applied to lymphatic malformations, JCI Insight 2 (2017), DOI: 10.1172/jci.insight.93424]

www.uni-muenster.de

www.mpi-muenster.mpg.de

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