Forschung & Entwicklung

Geflügelfleisch im Schlachtprozess mit dem Laser desinfizieren

UV-Laser sollen zusammen mit bakterienzerstörenden Phagen Fleisch direkt im Schlachthof von Keimen befreien, ohne die Fleischqualität zu beeinflussen.

Geflügelfleisch ist häufig mit Bakterien kontaminiert. Chlorbehandlungen im Schlachtprozess sind nur bedingt sinnvoll und sind in der EU nicht zugelassen. Das Laser Zentrum Hannover (LZH) will nun in einem neuen Forschungsvorhaben eine UV-Laserbehandlung mit dem Einsatz von Bakteriophagen kombinieren.

Laut einer Studie des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit [1] finden sich knapp auf der Hälfte aller Masthähnchen die Erreger für Durchfallerkrankungen Campylobacter, und jedes fünfte Tier ist mit Salmonellen kontaminiert. Um die Bakterienlast zu reduzieren, setzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des LZH im Forschungsvorhaben ODLAB (‚Minimierung mikrobieller Verunreinigung von Geflügelfleisch vor und nach der Zerlegung mittels strukturierter Oberflächendekontamination durch Laserapplikation und Bakteriophagen') auf UV-Strahlung. Diese wirkt desinfizierend. Um möglichst alle Stellen auf dem Schlachtkörper oder Fleisch zu erreichen, wird der Projektpartner DIL (Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik) eine zusätzliche Behandlung mit Bakteriophagen erproben. Bakteriophagen sind Viren, die in Bakterien eindringen. In diesem Fall werden auf Campylobacter spezialisierte Phagen eingesetzt, die die Bakterienzellen zerstören können. Durch die Kombination der beiden Technologien soll eine möglichst große Keimzahl unschädlich gemacht werden.

Praxistauglichkeit im Vordergrund

Für die Gruppe Food and Farming stehen Wirksamkeit und Umsetzbarkeit der Methode im Vordergrund. Im Labormaßstab entwickeln sie nun Testbedingungen, prüfen die Auswirkung auf verschiedene pathogene Erreger und testen Nachweisgrenzen. Wichtig ist dabei: die Qualität des Fleischs darf durch die Dekontamination nicht beeinträchtigt werden. Gemeinsam mit den weiteren Projektpartnern wollen sie einen Prototyp entwickeln, der den Realbedingungen im Betrieb gerecht wird.

Über ODLAB

Das Projekt wird finanziert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Partner sind neben dem LZH das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL), BMF&MTN, Arges sowie Trumpf Laser- und Systemtechnik.

[1] Aus „Berichte zur Lebensmittelsicherheit 2018“ des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

von mg

www.lzh.de

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