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FAQ Laserschutz Gefährdungsbeurteilung von Röntgenstrahlung

Wie gehe ich bei der Gefährdungsbeurteilung von Röntgenstrahlung bei der UKP-Lasermaterialbearbeitung am besten vor?

Die mögliche Entstehung von Röntgenstrahlung bei der UKP-Lasermaterialbearbeitung ist seit vielen Jahren bekannt. Aktualität bekommt das Thema durch die Neufassung der Strahlenschutzverordnung (StrSchV), die am 31.12.2018 in Kraft treten soll.

Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist es festzustellen, ob eine Gefährdung durch laserinduzierte ionisierende Strahlung vorliegt und, wenn dies der Fall ist, geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten und umzusetzen. Wieviel ionisierende Strahlung bei der Materialbearbeitung mit UKP-Lasern in der Prozesszone entsteht, hängt im Wesentlichen vom Material und den leistungsführenden Parametern des Lasers ab. Da die Messung gepulster ionisierender Strahlung selbst für Experten eine Herausforderung darstellt, sind Laserschutzbeauftragte und Strahlenschutzbeauftragte darauf angewiesen, die Gefährdung ohne die Durchführung einer Messung abzuschätzen.

Ab einer Leistungsdichte von 1013 W/cm2 kann davon ausgegangen werden, dass an der Bearbeitungsstelle relevante ionisierende Strahlung entstehen kann und die Grenzwerte für nicht beruflich strahlenexponierte Personen überschritten werden können. Somit wäre zunächst zu prüfen, ob die Lasereinrichtung prinzipiell in der Lage ist, diese Bestrahlungsstärke zu erreichen. Ist dies der Fall und kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Lasereinrichtung mit dieser Bestrahlungsstärke betrieben wird, sind Schutzmaßnahmen zu treffen. Hierbei ist die 3A-Regel im Strahlenschutz anzuwenden. Die 3 A stehen für Abschirmung, Abstand und Aufenthaltsdauer: Geeignete Schutzmaßnahmen sind somit die vollständige Umhausung der Bearbeitungszone mit geeignetem Material (Bleche, die die Strahlung ausreichend abschirmen und Sichtfenster, die sowohl den Laserschutz als auch den Strahlenschutz gewährleisten (Laserschutzfilter und Mineralglas)), der Aufenthalt in einem möglichst großen Abstand, sofern eine Umhausung nicht möglich ist, da die Intensität der Strahlung mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt sowie die organisatorische Regelung der Aufenthaltsdauer.

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von mn

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