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European XFEL: Forschungskapazitäten verdoppelt

Mit dem erfolgreichen Start des Nutzerbetriebs an den beiden Experimentierstationen Small Quantum Systems (SQS) und Spectroscopy and Coherent Scattering (SCS) verdoppeln sich die Kapazitäten für Nutzer am European XFEL. Einschließlich der ersten drei Forschergruppen an den neuen Experimentierstationen haben 2018 mehr als 500 Wissenschaftler aus aller Welt die neue internationale Forschungseinrichtung in Schenefeld bei Hamburg besucht.

Seit September 2017 sind am Röntgenlaser bereits zwei Experimentierstationen in Betrieb, die Station SPB/SFX zur Untersuchung von Biomolekülen und biologischen Prozessen und die Station FXE zur Untersuchung von extrem schnellen Reaktionen. Die beiden neuen Experimentierstationen werden wie die bestehenden abwechselnd in 12-Stunden-Schichten betrieben. Sie nutzen sogenannte weiche Röntgenstrahlung, die eine längere Wellenlänge hat als die kurzwellige harte Röntgenstrahlung, mit der an den anderen Stationen geforscht wird. In der ersten Jahreshälfte 2019 soll sich die Zahl der für die Forschung zur Verfügung stehenden Experimentierstationen um zwei weitere auf dann insgesamt sechs erhöhen.

„Mit diesem wichtigen Meilenstein wird die Zahl der Forscher deutlich steigen, die die einzigartigen Möglichkeiten unseres Röntgenlasers nutzen können“, erklärt Professor Serguei Molodtsov, wissenschaftlicher Direktor bei European XFEL.

SQS ermöglicht die Erforschung grundlegender Prozesse an Atomen und Molekülen, bei denen mehrere Photonen gleichzeitig absorbiert werden sowie die Untersuchung wie und wann dabei Atombindungen in Molekülen brechen. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Untersuchung von Nanopartikeln und Biomolekülen.

An der SCS-Experimentierstation können Wissenschaftler erforschen, wie sich im Nanobereich Eigenschaften und Struktur unterschiedlicher Materialien verändern und daraus Rückschlüsse für die Entwicklung neuer Materialien gewinnen, die beispielsweise in der Datenspeicherung oder für die Entwicklung neuer Supraleiter eingesetzt werden können. Ebenfalls möglich ist die Untersuchung des zeitlichen Verlaufs von chemischen Reaktionen.

von mn

www.xfel.eu

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