Forschung & Entwicklung

Europaweites Forschungsprojekt für neue Faserlaser

Innerhalb eines europaweiten Forschungsvorhabens entwickelte, leistungsstarke Faserlaser mit neuen Wellenlängen sollen den bislang erreichten Spektralbereich deutlich erweitern und so neue Anwendungen in Medizin und Telekommunikation möglich machen.

Indem sie Nanokristallite in eine Faser einbauen, wollen die Wissenschaftler Bereiche erschließen, die für biomedizinische Anwendungen relevant sind, für die es aber bislang keine praxistauglichen Lösungen gibt. So zielt ein geplanter Faserlaser auf einen Spektralbereich, in dem Gewebe sehr transparent ist, sodass auch tief liegende Schichten sichtbar werden. Ein weiterer Faserlaser ist von hohem Interesse für die Telekommunikation, wo Informationen über die optische Faser übertragen werden. „Je mehr Wellenlängen der Laser erschließt, desto mehr Kanäle stehen hierfür zur Verfügung“, erläutert Dr. Matthias Jäger, der am Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) die Arbeitsgruppe Aktive Fasermodule und das Projekt NCLas (Nanocrystals in Fiber Lasers) leitet. „Darüber hinaus kann unsere Forschung den Weg bereiten für Anwendungsmöglichkeiten von optischen Fasern, die heute noch Zukunftsvision sind.“

Auch kommerziell besteht an der Erforschung neuer Faserlaser ein großes Interesse. „Sie sind derzeit das erfolgreichste Laserkonzept“, sagt Jäger. Die Gründe: Sie haben eine sehr gute Strahlqualität auch bei sehr hohen Leistungen, verursachen jedoch geringere Kosten und weniger Wartungsaufwand als Festkörperlaser. Außerdem ermöglichen sie kompakte, robuste und energieeffiziente Lichtquellen. Mit dem Jenaer Unternehmen Lasos Lasertechnik schlägt NCLas bereits eine Brücke in die Wirtschaft. Die europäischen Forschungspartner des Projekts sind das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme Dresden, die Universität Kantabrien im spanischen Santander, die Wissenschaftlich-Technische AGH-Universität Krakau sowie die Universität Surrey in Guildford in England.

Die Europäische Union unterstützt das Projekt im Rahmen des Programms FET Open (Future and Emerging Technologies) mit dem Ziel, Ideen für neue Zukunftstechnologien zu fördern. Dafür stellt sie in den kommenden vier Jahren knapp 3 Millionen Euro bereit, davon 900 000 Euro für das Leibniz-IPHT. Mit dem Programm FET Open fördert die EU Forschungsideen im Frühstadium, die auf fundamentale Durchbrüche für neue Technologien abzielen. Dabei sollen bestehende Paradigmen hinterfragt und Forschung an der Grenze des Wissens ermöglicht werden.

von mn

www.leibniz-ipht.de

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