Interview

Es geht um Zugewinn an Wissen und Persönlichkeit

Das vor 15 Jahren gegründete 2-Mann-Start-up entwickelte sich schnell zum Unternehmen, das sich inzwischen als Technologieführer auf dem Gebiet der Asphäre versteht und Entwicklungen vorantreibt. Über Wege und Ziele sprachen wir mit asphericon CEO Sven Kiontke.

Wie kam Ihnen die Idee der asphericon Firmengründung?

Als Student für technische Informatik hatte ich eine spannende Projektarbeit, in der es um die Korrekturpolitur asphärischer Glaslinsen ging. Dieses neue Forschungsfeld mit technischer Anwendung hat mich sehr interessiert. Die abschließende Studienarbeit erfolgte bei Schneider Optik, wo nachgewiesen wurde, dass der Ansatz wirklich funktionierte. Die Ergebnisse wurden veröffentlicht und patentrechtlich geschützt. Daraus entstand dann die Idee einer Firmengründung. 2001 habe ich am schwarzen Brett einen Mitgründer gesucht und den in Herrn Zschäbitz gefunden. Die ersten Maschinen standen 2003 noch in Erfurt. Seitdem sind wir gut gewachsen und inzwischen mit 140 Mitarbeitern an unserem Firmenstandort Jena angekommen. Herr Zschäbitz und ich sind beide geschäftsführende Gesellschafter. Ein weiterer Mitarbeiter unserer Firma ist ebenfalls Gesellschafter.

Wie haben Sie den Weg vom Start-up-Unternehmen zum erfolgreichen Unternehmen empfunden? Wie positionieren Sie sich heute in der Branche?

Der Weg war nicht einfach und hat einen geformt. Aus heutiger Sicht würde ich den Weg sicherlich wieder gehen, aber einiges anders machen. Ich habe mich vom leicht introvertierten Informatiker zu einem durchaus ausgefüllten Geschäftsführer entwickeln müssen. Aus heutiger Sicht war es das alles wert. Die Technologieführerschaft nehmen wir inzwischen durchaus für uns in Anspruch. Wir haben viel investiert und gutes Personal zusammengestellt. Der Erfolg ist sicherlich auch mit sehr viel Arbeit der Kollegen verbunden.

Suchen Sie geeignete Mitarbeiter aus der Region oder auch überregional?

Es kommen zwar auch Bewerber aus anderen Landesteilen, aber vorwiegend stammen unsere Mitarbeiter aus der Region. Wichtig ist die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule und den Instituten hier am Standort und vor allem auch mit der Universität. Wir vergeben überdurchschnittlich viele Master- und Bachelorarbeiten, betreuen Praktika und bilden auch aus. Etwa 10 Prozent unserer Mitarbeiter sind Auszubildende.

Wir ermöglichen den Praktikanten der Fachhochschule auch über eine längere Zeit, sich wirklich einzuarbeiten. Es braucht Zeit, um in die Thematik einzusteigen und dann etwas selbständig tun zu können. Seinen eigenen Anteil im Unternehmen einbringen zu können und nicht nur Vorgeschriebenes abzuarbeiten, erzeugt ein gewisses Selbstbewusstsein. Es geht nicht immer nur um Zugewinn an Wissen, sondern auch um Zugewinn an Persönlichkeit.

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