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Entscheiderfabrik zeichnet Gesundheitsprojekte aus

Ein Projektteam aus Industrie und Kliniken wurde für die Digitalisierung des Workflows in der Pathologie ausgezeichnet.

Vor Kurzem wurden die fünf Digitalisierungsthemen 2019 der Entscheiderfabrik ausgezeichnet. Die Entscheiderfabrik GuiG nimmt entsprechend ihrer Ziele und den Maßnahmen zur Zielerreichung seit 2006 die Inkubatorfunktion für Digitalisierungsprojekte in der Gesundheitswirtschaft wahr.

  • Kliniken wählen jedes Jahr die fünf Digitalisierungsthemen der Gesundheitswirtschaft
  • Kliniken können die Digitalisierungsthemen 12 Monate erproben – Digitalisierungsprojekte leisten somit einen Nutzen stiftenden Beitrag zum Unternehmenserfolg
  • Kliniken können Idee testen, ohne Gefahr zu laufen, Geld falsch auszugeben
  • IT- und Medizintechnikunternehmen erhalten bei erfolgreichen Tests Pilot- oder Referenzinstallationen
  • Kliniken und Industrie erzielen eine Win-Win-Situation
 

Mit dem Titel: „Digitalisierung der Pathologie – vollumfänglicher, elektronischer Workflow mit allen fallrelevanten histologischen Objektträgern zur digitalen und damit ortsunabhängigen Befundung“ trat das Team, bestehend aus Industrie (Hamamatsu Photonics, Sectra Medical Systems), Kliniken (Universitätsklinikum Köln, Klinikum Ludwigshafen, Klinikum rechts der Isar sowie die Pathologie der Technisches Universität München) und einer begleitenden Beratung (Vosseler Consulting) an.

Sectra stellte, gemeinsam mit dem Whole-Slide-Scanner-Hersteller Hamamatsu Photonics, eine voll digitale Workflow-Lösung, bestehend aus einem NanoZoomer S360 und einem Sectra Digital Pathology PACS, zur Digitalisierung eines Teilbereichs der Pathologie (beispielsweise Brustgewebe und Prostataproben) in den teilnehmenden Instituten bereit. Der Workflow wurde in Anlehnung an die Vorgaben der IHE PaLM erprobt und optimiert. Die Einbindung in die bestehenden Informationssysteme wurde mittels HL7 umgesetzt. Als Bildformat wurde DICOM gewählt. Im Laufe eines Jahres konnten unterschiedliche Anpassungen des Workflows absolviert werden. Die Ergebnisse bestätigen die Ansätze vollumfänglich.

Für den digitalen Workflow werden die im Labor hergestellten Objektträger mithilfe eines Scanners digitalisiert und dann in einem digitalen Bildmanagementsystem (Pathologie-PACS) gespeichert, dargestellt und verteilt. Aus dem IT-Verwaltungssystem der Pathologie beziehungsweise des Labors werden alle Bilder des zu befundenen Falls auf Anforderung des Arztes automatisch geöffnet, er führt die Befundung unter Zuhilfenahme von Falldaten anhand der digitalen Bilder am Monitor durch und diktiert den Befund in sein System.

Eine komplette Digitalisierung des Pathologie Workflows inklusive der Digitalisierung der pathologischen Objektträger bringt folgende Vorteile mit sich:

  • Schneller Zugriff auf Zweitmeinungen mit geringer Turnaround-Time ohne physikalischen Austausch der Objektträger
  • Verteilte Workflows mit flexibler Personalplanung
  • Ortsunabhängige Befundung insbesondere bei Schnellschnitten ohne Weitertransport
  • Reduzierte Handhabung von Objektträgern und schneller Zugriff auf digitale Voraufnahmen
  • Reproduzierbare Messungen und Zählungen durch digitale Bildanalysealgorithmen
  • Integrierte Fallbesprechungen aller beteiligten diagnostischen Abteilungen im Behandlungspfad des Patienten
 

In Deutschland sind die Pathologien eine der letzten klinischen Fachdisziplinen, die noch keine komplettdigitale Bearbeitung eines Falles erlauben. Bisher kommen für die Auswertung der Gewebeproben Mikroskope zum Einsatz. Weltweit gibt es mittlerweile Installationen, in denen es gelungen ist den kompletten Workflow in der Pathologie durch digitale Systeme abzubilden. Skandinavien ist beispielsweise nahezu vollständig digitalisiert. In Deutschland findet die Einführung der neuen technischen Möglichkeiten für die klinische Routine hingegen nur zögerlich statt.

von mg

www.entscheiderfabrik.com

www.hamamatsu.de

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