Laser in Life Sciences

Ein weiterer Laserkandidat für die Medizin

Für den mittleren Infrarotbereich steht mit dem Thulium (Tm3+) Faserlaser ein Laser zur Verfügung, der bei 2 µm emittiert und damit spektral zwischen Diodenlasern (1 µm) und Erbiumlasern (2,9 µm) liegt. Das große Interesse an einem solchen Laser liegt in der Absorption von Weichgewebe bei 2 µm begründet. Diese Wellenlänge ist nahe der Absorptionsspitze von Wasser bei 1,9 µm. Zudem kann diese Wellenlänge durch herkömmliche Glasfasern leicht übertragen werden. Coherent hat kürzlich einen Prototyp Q-Switched Tm3+-Faserlaser (> 15 Watt, 120 ns Pulsbreite) an das Team von Prof. Thomas Milner an der Abteilung für Biomedizinische Technik, University of Texas, Austin zur Verfügung gestellt. Der Laser gilt als potenziell geeignet für präzise Mikrochirurgie, vor allem für unzugängliche neurologische Krebsarten wie akustische Neuroma - Innenohrtumoren, die typischerweise von knöchernen Strukturen umgeben sind. Die Herausforderung besteht darin, den Tumor ohne Beschädigung von Blutgefäßen und Gesichtsnerven abzutragen. Milners Team führte Tests an Gewebephantomen aus 70% Wasser und 30% Gelatine-Mix durch. Ihre Ergebnisse zeigen, dass mit dem Tm3+ Faser präzise, saubere Schnitte ohne thermische Gewebschäden möglich sind. Wie beim CO-Laser sollen nun auch mit dem Thulium (Tm3+) Faserlaser weitere Tests folgen.

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