Namen & Nachrichten

Deutsche Photonikbranche erreicht neuen Rekord bei der Exportquote

Spectaris zieht eine positive Wirtschaftsbilanz auch dank hoher Exportquote. Diese erhöht jedoch die Anfälligkeit der Branche für protektionistische Maßnahmen.

Zum Start der wichtigsten Konferenzmesse für die Photonikindustrie, der Photonics West im US-amerikanischen San Francisco, zieht der Industrieverband Spectaris eine positive wirtschaftliche Bilanz der Branche: So haben die rund 1000 deutschen Photonikunternehmen 2017 einen Umsatz von 34,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. 2018 konnte nach vorläufigen Hochrechnungen des Verbandes ein Plus von sechs bis acht Prozent realisiert werden. Auch auf das laufende Jahr schauen die Hersteller grundsätzlich optimistisch. Verschiedene Marktforschungsinstitute gehen in ihren Prognosen für die kommenden Jahre von einem jährlichen Wachstum des Photonikweltmarktes in der Größenordnung von sieben Prozent aus.

Allein im Bereich der industriellen Laserbearbeitung und Laserlithografie kann laut ‚Laser Markt Resarch‘ mit einem globalen 2018er-Wachstum von mehr als fünf Prozent auf 6,1 Milliarden US-Dollar gerechnet werden. „Deutsche Laserhersteller haben daran einen wesentlichen Anteil. Sie produzieren rund ein Sechstel der Industrielaser weltweit“, betont Justus Wehmer, Vorsitzender des Spectaris-Fachverbandes Photonik.

Die Photonics West ist der globale Branchentreffpunkt für Wirtschaft und Wissenschaft. Die Messe bringt rund 20 000 Teilnehmer und 1400 Aussteller in Kalifornien zusammen. Mit über 160 Unternehmen stellt Deutschland dabei nach dem Gastgeber USA die größte Anzahl an Ausstellern. Das zeigt die bedeutende Marktposition der deutschen Unternehmen“, sagt Wehmer. „Mit einer durchschnittlichen Exportquote von rund 72 Prozent sind die deutschen Photonikfirmen im Gegenzug aber auch sehr auf den internationalen Markt angewiesen.“, so Wehmer weiter. 67 Unternehmen sind Teil des deutschen Gemeinschaftsstandes, welcher von der Bundesregierung gefördert wird. Auf Initiative von Spectaris ist es auch in diesem Jahr kleinen und mittelständischen Unternehmen möglich, sich am Gemeinschaftsstand zu präsentieren.

Der Motor für die gute Entwicklung der Branche ist also das Auslandsgeschäft. „Rund 47 Prozent der Exporte gehen dabei in die Länder der Europäischen Union, fast 25 Prozent nach Asien und etwa 13 Prozent nach Nordamerika. Vor diesem Hintergrund blickt die Branche daher besorgt auf den zunehmenden Trend hin zum Protektionismus“, erklärt Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer.

Die Messe ist eine gute Gelegenheit, sich über die aktuellen Trends in der optischen Industrie zu informieren. Zu nennen sind hier die Themen Industrie 4.0 sowie Smart Factories, wo sehr viel optische Sensorik, Bilderfassung und -verarbeitung benötigt wird. Auch die Automobilbranche wird mit Blick auf das autonome oder teilautonome Fahren eine große Rolle für die Photonikindustrie spielen. Die optische Messtechnik zur Datengewinnung spielt dabei eine Schlüsselrolle und eröffnet neue Horizonte. Denn bevor aus den digitalen Nullen und Einsen neue Erkenntnisse und Steuerungssignale gewonnen werden können, bedarf es zunächst Sensoren, die innerhalb kurzer Zeit die Daten aus ihrer Umgebung aufnehmen. Nur mithilfe leistungsfähiger Sensoren kann die physische mit der digitalen Welt verknüpft werden.

von mg

www.spectaris.de

© photonik.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten