Namen & Nachrichten

Bundesforschungsministerin Karliczek besuchte Fraunhofer-Forschungsallianz in Tokio

Während ihrer Japanreise besuchte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek die Forschungsallianz OCTmapp. Im Rahmen von OCTmapp bauen das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie und die Tokyo Women‘s Medical University ein internationales Netzwerk und eine Forschungsstruktur in Japan zum Thema Optische Kohärenztomografie (OCT) für neue medizinische Anwendungen auf.

Das nichtinvasive bildgebende Verfahren der OCT eignet sich schon heute sehr gut dazu, den Aufbau und die Struktur organischer Gewebe zu untersuchen. Die OCT ist daher längst Routine in der Augenheilkunde für die Retinadiagnostik. Darüber hinaus besteht Bedarf, weitere medizinische Anwendungen zu erschließen. Tumorgewebe ist mit der OCT bereits in frühen Krankheitsstadien erkennbar, beispielsweise in der Viszeralchirurgie, der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder der Neurochirurgie. Auch Knorpelgewebe lässt sich in der Diagnostik von Arthrose damit genauer untersuchen als mit vielen anderen bildgebenden Verfahren. Die OCT bietet nicht nur eine hohe Qualität der Darstellung, sondern bewahrt Patienten auch vor Strahlungsbelastungen und liefert sofortige Untersuchungsergebnisse. Im klinischen Alltag vieler medizinischer Disziplinen fehlt bislang allerdings noch das Know-how zu möglichen Anwendungen. In den kommenden Jahren wird der Markt für OCT-Systeme vor allem in der minimalinvasiven Chirurgie und bei nichtinvasiven Anwendungen voraussichtlich wachsen.

Künstliche Intelligenz unterstützt nicht nur Mediziner bei Ihrer Arbeit, sondern könnte auch dabei helfen, medizinische Bildgebungsverfahren wie die OCT schneller zu etablieren und auf den Markt zu bringen. Computer können beispielsweise die histologische Befundung erlernen und mithilfe der OCT dem Chirurgen dieses Know-how schon während einer Operation zur Verfügung stellen. Die Forscher möchten außerdem die physikalischen Grenzen der Technologie mit Deep-Learn­ing-Algorithmen überwinden und nicht nur Gewebe, sondern auch Zellen abbilden.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Reimund Neugebauer haben sich während ihres Besuchs gemeinsam mit den Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft sowie Mitgliedern des Deutschen Bundestags selbst ein Bild von der OCT-Technologie und ihrer Anwendung im intelligenten Operationssaal ‚HyperSCOT‘ an der Tokyo Women‘s Medical University (TWMU) gemacht.

Ein internationales Netzwerk und eine Forschungsstruktur zum Thema OCT für neue medizinische Anwendungen in Japan aufzubauen ist das Ziel des Forschungsprojekts ‚Optical Coherence Tomography for New Medical Applications‘, kurz OCTmapp, das das Fraunhofer IPT und das Institute for Advanced Biomedical Engineering and Science der TWMU bearbeiten. Das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW bringt ins Projekt seine sozioökonomische Kompetenz für die Entwicklung und Umsetzung einer erfolgreichen Kommerzialisierungsstrategie ein.

Während der fünfjährigen Projektlaufzeit ermitteln die Partner aus Deutschland und Japan gemeinsam Maßnahmen, um eine sich finanziell selbst tragende deutsch-japanische Forschungseinrichtung hervorzubringen. Das Fraunhofer IPT und die TWMU hatten die Gründung der Forschungsallianz OCTmapp und der gemeinsamen Forschungseinrichtung in Tokio durch die feierliche Unterzeichnung einer offiziellen Kooperationsvereinbarung bereits im November 2018 besiegelt. Das Projekt OCTmapp wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

von mn

www.ipt.fraunhofer.de

www.twmu.ac.jp

Firmeninformationen
© photonik.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten