Forschung & Entwicklung

Arzneifreies Wasser durch Lichtreaktion

Ein UV-Lichtreaktor soll Arzneimittelrückstände im Abwasser beseitigen und so zur Trinkwasseraufbereitung beitragen.

Biologisch nicht abbaubare Substanzen aus der Pharmaindustrie wie Antibiotika, Hormone oder Röntgenkontrastmittel haben unsere Gewässer längst erreicht. All diese Pharmaerzeugnisse sind nicht nur gefährlich für Gewässer und die darin lebenden Organismen. Auch die Trinkwasseraufbereitung wird so immer aufwendiger. Die FH Münster forscht deshalb an einem Reaktor, in dem spezielle UV-Lampen mit einer katalytisch aktiven Oberfläche die Schadstoffe abbauen.

Das Abwasser fließt in einen Reaktor, in den eine mit einem Katalysator beschichtete Oberfläche eingebaut ist. „Als Katalysator verwenden wir pulvriges Titandioxid, weil es die Moleküle im Wasser vollständig mineralisiert, also in unschädliche Moleküle aufspaltet“, erklärt Professor Volkmar Jordan vom Fachbereich Chemieingenieurwesen an der FH Münster. Titandioxid kann die Moleküle allerdings erst abbauen, wenn UV-Strahlung ihn anregt. Das wollen die Forscher mit LED-Technik schaffen, da sie besonders effizient, langlebig und günstig ist.

Wie kommt das UV-Licht in den Reaktor? Genau an diesem Punkt forscht das Team aktuell, zusammen mit Davide Viscarelli von der Universität Bologna. Sie testen verschiedenen Lichtleiter, wie gleichmäßig sie Licht in den Reaktor bringen. So soll die beste Kombination aus LED, Lichtleitern, Katalysator-Beschichtung und Geometrie des Reaktors gefunden werden. Dafür konstruieren die Wissenschaftler Prototypen am PC und starten mit den ersten Versuchen, um den Schadstoffabbau im Wasser bewerten zu können. Außerdem wird sich daran die Frage anschließen, wie viele dieser UV-Lampen man bräuchte, um eine bestimmte Abwassermenge zu reinigen. Das möchten die Forscher dann direkt in Kläranlagen testen und Standzeiten überprüfen.

Projektpartner ist Peschl Ultraviolet aus Mainz, ein Unternehmen, das die Entwicklung von UV-Technologien für die Industrie, Forschung und die Medizin mit Schwerpunkt auf Fotochemie vorantreibt. Die Forschungen laufen noch zwei Jahre und werden als ZIM-Projekt (Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie) öffentlich gefördert.

von mn

www.fh-muenster.de

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