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Forschung & Entwicklung Angstzellen im Gehirn identifiziert

Echtzeit-Fluoreszenzaufnahmen im Gehirn einer Maus machten Zellen sichtbar, die nur bei Angst aktiviert werden.

Erstmals wurden Zellen im Gehirn von Mäusen entdeckt, die ausschließlich bei Angst aktiviert werden. Diese Zellen geben ihre Signale an andere Gehirnregionen weiter, die Angstreaktionen des Körpers hervorrufen. Vermutlich existieren diese Angstzellen auch im menschlichen Gehirn.

Neurowissenschaftler der US-amerikanischen Columbia University Irving Medical Center (CUIMC) und der University of California, San Francisco (UCSF), untersuchten dazu Mäuse mit einem Miniaturmikroskop, das direkt in das Gehirn der Tiere eingeführt wurde. Aufgenommen wurde die Aktivität von hunderten Nervenzellen gleichzeitig, während sich die Mäuse frei bewegen konnten und Situationen ausgesetzt wurden, die Angstreaktionen auslösten. In diesen Situationen zeigten spezifische Zellen im Hippocampus des Gehirns der Mäuse eine Aktivität. Je ängstlicher die Mäuse wirkten, desto stärker war die Aktivität dieser Zellen.

Im nächsten Schritt übernahmen die Wissenschaftler die Kontrolle über die identifizierten Zellen mithilfe von Licht. Wenn die Zellen optisch deaktiviert wurden, sodass sie keine Signale mehr erzeugten, zeigten die Mäuse kein angstbezogenes Verhalten mehr. Demgegenüber steigerte sich die Angst sogar, wenn die Zellen optisch besonders stark angeregt wurden.  

Aus den Ergebnissen erhoffen sich die Forscher neue Ansätze bei der Behandlung von Angstzuständen. Wenn diese Angstzellen über einen Rezeptor verfügen, der sie von anderen Zellen unterscheidet, wäre die Entwicklung eines neuen Medikaments denkbar, das Angstzustände reduziert, so die Forscher.

Ein Video zeigt die Echtzeitaufnahme im Gehirn einer freilaufenden Maus.

von mg

Originalveröffentlichung:
[J. C. Jimenez et al., Anxiety Cells in a Hippocampal-Hypothalamic Circuit, Neuron (2018), DOI: https://doi.org/10.1016/j.neuron.2018.01.016]

www.cumc.columbia.edu

www.universityofcalifornia.edu

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