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Aerotech wird 50 Jahre alt

Geflohen aus Ungarn startete Firmengründer Stephen J. Botos seine berufliche Laufbahn bei der Goerz Optical Co. in Pittsburgh zunächst als Konstrukteur. Goerz Optical fertigte seinerzeit in den USA optische Linsen und Systeme unter anderem für die NASA. Bereits hier entwickelte sich sein Gespür für hohe Präzision in der Fertigung. Da ihm jedoch seine früheren ungarischen Abschlüsse nicht anerkannt wurden, belegte Botos während seiner Konstrukteurstätigkeit Abendkurse im Maschinenbau an der Universität von Pittsburgh. Schon unmittelbar nach Abschluss seines Maschinenbaustudiums im Jahr 1969 taten er und zwei seiner Ingenieurskollegen sich zusammen und gründeten 1970 Aerotech in Pittsburgh.

Das erste gefertigte Positioniersystem war eine einfache elektromechanische Zweiachsenanwendung und für rund 300 US-Dollar erhältlich. Erste renommierte Kunden wie Du Pont oder IBM öffneten Aerotech das Tor zur Industrie. Laut Firmengründer Stephen Botos war Aerotech das erste Unternehmen überhaupt, das für seine linearen Positioniersysteme Servotechnik mit geschlossenem Regelkreis einsetzte. Damit konnte die vierfache Leistung als bei herkömmlichen Steppersystemen erreicht werden.

Bereits in den ersten Jahren verzeichnete Aerotech ein rasantes Wachstum. Maßgeblich trugen dazu das erste Patent und die anschließende Einführung einer manuellen optischen Halterung bei. Diese ermöglichte sowohl eine extrem hohe Auflösung als auch einen großen Bewegungsbereich. Den anfänglichen manuellen Stellungsreglern folgten schon bald erste elektronische Steuerungen wie auch angetriebene Stellregler. Dadurch stieg die Nachfrage auch im gewerblichen Bereich für Präzisionsfertigung und Prüftechnik merklich an.

Erste Tochtergesellschaften in Großbritannien und Deutschland in den 1980er Jahren läuteten die internationale Expansion ein. Durch die inzwischen erreichte Produktbreite an Positioniersystemen konnte Aerotech ein breites Branchenspektrum einnehmen, von Medizintechnik und Life-Science-Anwendungen, in Photonik, Automotive, Datenspeicherung, Laserbearbeitung, Luft- und Raumfahrt sowie beim Prüfen und Testen bis hin zur Montage. Mit Tochterfirmen in Taiwan und China sowie einem Joint Venture in Korea erfolgte der Einstieg in den wachsenden asiatischen Markt und damit in die Elektronikherstellung, Halbleiter- und Flachbildschirmproduktion. Neue luftgelagerte und linearmotorbasierte Positionieranwendungen sorgten für die erforderliche hohe Präzision und den Durchsatz in diesen Bereichen.

Bis heute hat sich Aerotech eine solide Nische im Bereich der hochpräzisen Bewegungssteuerung herausgearbeitet. „Wir sind mit unserer breiten Produktpalette spezialisiert auf die Bearbeitung im Nanometerbereich", erklärt Norbert Ludwig, Geschäftsführer der Aerotech GmbH in Fürth. Die Fertigungstiefe ist enorm, fast alle Komponenten vom Positionierungssystem über Interferometer und Antriebe bis zur Bewegungssteuerung und Software werden überwiegend von Aerotech selbst gefertigt.

Inzwischen ist das Unternehmen auf weltweit rund 500 Beschäftigte angewachsen. Und was dem Firmengründer mit ungarischen Wurzeln stets wichtig war, Aerotech ist immer noch ein familiengeführtes Unternehmen. Neben Sohn Mark Botos, der als Präsident das Unternehmen leitet, ist auch der zweite Sohn Steve Botos im Unternehmen als Chief Officer Communication & Strategy tätig.

von mn

www.aerotechgmbh.de

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