Vom Funktionsmodell zum marktreifen Produkt - Photonik

Interview | Ausgabe 02/2015

Vom Funktionsmodell zum marktreifen Produkt

Gleich mit zwei Produktentwicklungen war die HÜBNER GmbH & Co. KG im letzten Jahr zum Ausscheid für den Prism-Award angetreten und mit beiden erfolgreich preisge­krönt worden. Die Redaktion PHOTONIK hat nachgefragt, was aus den Produkt­entwicklungen geworden ist.

Bild: Hübner GmbH & Co. KG
Geschäftsführer Ingolf Cedra

2014 wurden zwei HÜBNER Produktentwicklungen mit dem Prism Award auf der Photonics West ausgezeichnet, dem C-WAVE Lasers und dem THz-Scanner T-Cognition. Wie erfolgreich verlief in diesem Jahr die Messe für Ihr Unternehmen?

Wir haben in diesem Jahr deutlich stärkere Nachfragen nach unseren Produktentwicklungen erlebt. Wir werden anders wahrgenommen, da unsere Entwicklungen durch die Prämierung mit dem Prism Award 2014 bekannt geworden sind. Auch die Qualität der Nachfragen, d.h. die intensivere Suche nach technischen Details und Möglichkeiten der Anwendung ist gestiegen.

Welche technische Weiterentwicklung hat zum marktreifen Produkt 2015 beim C-WAVE Laser gegeben?

Während wir 2014 noch das Funktionsmodell vorgestellt haben, konnten wir in diesem Jahr zwei marktreife Produktentwicklungen präsentieren, den C-WAVE Basic für einfache Anwendungen und das Advanced System für wissenschaftliche Untersuchungen in der Atom- und Molekülphysik. Dafür haben wir einiges am Design geändert und die Stabilität des Lasers deutlich verbessert. Für die hohe Laserqualität bei Durchstimmbarkeit wurde nach geeigneten Kristallen gesucht und an der Optimierung seiner optischen Eigenschaften gearbeitet. Entscheidende Punkte der Weiterentwicklung ist die Entkopplung von OPO und SHG Cavities sowie die Optimierung der Strahlengänge in OPO und SHG durch verbesserte Spiegeloptiken. Nicht zuletzt spielen auch die Auswahl geeigneter Filter und hochspezifische Steuerungselektronik mit angepasster Software ein Rolle.

Neben Fahrzeugtechnik und Medizintechnik hat sich Ihr Unternehmen auf Entwicklungen zur THz-Technologie und Photonik konzentriert. Wie sieht das genau aus und in welchem Zusammenhang stehen diese Bereiche?

Neben einem grundsoliden Kerngeschäft in den Mobilitätsbranchen Bus und Schienenfahrzeuge streben wir den Aufbau eines neuen Unternehmenbereiches auf Basis neuer Technologien an. Der Grundstein dafür wurde mit der Idee eines Übergangssystems mit integriertem THz-Scanner gelegt. Unser globaler Footprint hilft uns nun, in Schlüsselmärkte schnell und effizient vorzudringen.

Wie bedeutend ist die seit langem bestehende enge Kooperation mit dem Fraunhofer IPM bei der Entwicklung photonischer Technologie? 

Fraunhofer IPM ist ein sehr leistungsfähiger Entwicklungspartner. Ein enges Projektmanagement bündelt dabei die Kernkompetenzen beider Partner. Für mich beeindruckend ist die zielgerichtete und effiziente Entwicklungsarbeit von der Idee zum serienreifen Produkt - mit einzigartigen technischen Merkmalen.

Als global aufgestelltes Unternehmen ist HÜBNER in allen Erdteilen vertreten. Welche weiteren unternehmerischen Entwicklungen und Expansionen sind zu erwarten, in welche Regionen?

Wir sind in allen großen Märkten mit unserem Kerngeschäft vertreten und nutzen diese lokalen Organisationen als Sprungbrett für unsere neuen Technologien. Natürlich wächst dieser Footprint weiter, so entwickeln wir z.B. gerade einen neuen Standort in Malaysia. Daneben erweitern wir unser Technologie-Portfolio intensiv durch neue Radar- und HF-Technologien.

Mit diesen drei neuen Technologiesäulen Laser / THz / HF stoßen wir vor allem in Anwendungsfelder für Quanten- und Molekülphysik, Materialwissenschaften und Biophotonik/Medizintechnik vor.

Unternehmensgrundsätze als Verhaltensleitlinien für alle Mitarbeiter sind bei Ihnen festgeschrieben und fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Sind diese Maßstäbe in allen Ländern gleich durchzusetzen oder müssen regionale Belange und kulturelle Unterschiede berücksichtigt werden?

Die Kernwerte zum Wertemodell haben wir gemeinsam mit den Mitarbeitern entwickelt. Es gibt natürlich verschiedene Ausprägungen und die Umsetzung ist in jedem Land etwas anders. Aber die allgemeinen Unternehmensgrundsätze sollen überall gelten, der genetische Code von HÜBNER als Familienunternehmen soll erhalten bleiben.

Gibt es einen Entwicklungsbereich, eine Technik, die Ihnen besonders am Herzen liegt?

Das Kerngeschäft ist natürlich die tragende Säule. Mit unserer Lasertechnologie und der THz-Technik eröffnen sich allerdings interessante Anwendungsbereiche in der Wissenschaft und Medizin, das ist spannend mitzuerleben. Wenn es gelingt, hierbei Lösungen zu entwickeln, hebt das Startup ab.

Das motiviert. Auch die Entwicklungen im Bereich Internet sind von Bedeutung. Ich sehe Industrie 4.0 als eine Chance für die deutsche Industrie. Nach der Automatisierungsphase geht es nun mehr um intelligente und vernetzte Prozesssteuerungen. Das fasziniert und eröffnet neue Wege.

Wir danken Ihnen für das Gespräch.
   (Sylvia Kaschke, Redaktion PHOTONIK) 

 

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