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Ehrungen und Preise

Leibinger-Preise 2010

16.08.2010

Die Berthold Leibinger Stiftung vergab am 9. Juli in Ditzingen die Zukunfts- und Innovationspreise 2010. Mit den Preisträgern feierten 400 geladenen Gäste.

Von oben: 1. Preis (Trupke & Bardos), 2. Preis (König), ebenfalls 2. Preis (Usoskin, Delmdahl & Schmidt), 3. Preis (Ebrahim-Zadeh), Zukunftspreis (Capasso) und Preis-Skulptur

Der mit 30 000 € dotierte 1. Innovationspreis ging an Prof. Thorsten Trupke und Dr. Robert Bardos von der University of New South Wales in Sydney, Australien. Sie entwickelten ein Verfahren zur schnellen und gründlichen Qualitätskontrolle in der Solarzellenproduktion mittels laserstimulierter Lumineszenz in Silizium und bringen dies durch ihre Ausgründung BT Imaging in die industrielle Anwendung.
Der 2. Preis zu 20 000 € wurde zweimal vergeben: Prof. Karsten König wurde für seine in der JenLab GmbH und an der Universität des Saarlandes entwickelte Klinische Multiphotonen-Tomographie ausgezeichnet, mit der sich früheste Stadien von Hautkrebs durch Laserlicht identifizieren lassen. Ebenfalls den 2. Preis erhielten Dr. Alexander Usoskin von Bruker HTS in Alzenau sowie Dr. Ralph Delmdahl, Dr. Kai Schmidt und Rainer Pätzel von Coherent in Göttingen. Sie verbesserten und skalierten ein PLD-Verfahren (Pulsed Laser Deposition) auf Basis von UV-Excimerlasern, was erstmals die Großserienfertigung keramischer Hochtemperatur-Supra-Bandleiter ermöglicht.
Der 3. Preis zu 10 000 € ging an Prof. Majid Ebrahim-Zadeh vom Catalan Institute for Research and Advanced Studies in Barcelona, Spanien, und honoriert dessen Entwicklung von fs-Strahlquellen, mit denen erstmals Laserlicht in allen Spektralfarben lückenlos von 250–2500 nm erzeugt werden kann. Der gebürtige Iraner gründete 2005 das Unternehmen Radiantis, das schlüsselfertige durchstimmbare Laser anbietet und damit neue Anwendungen z.B. in der Fluoreszenzmikroskopie oder Spektroskopie katalysiert.
Seit 2006 vergibt die Stiftung neben dem Innovationspreis auch den forschungsorientierten Berthold Leibinger Zukunftspreis, der mit 30 000 € dotiert ist und in diesem Jahr erneut an einen Harvard-Professor vergeben wurde: Dr. Federico Capasso erhielt diese Auszeichnung für seine Erfindung des Quantenkaskadenlasers (QCL), die 1994 in Zusammenarbeit u.a. mit Jerome Faist und Alfred Y. Cho an den Bell Labs realisiert wurde. Mit dieser neuesten aller Lasertypen kann u.a. Molekülspektroskopie im fernen Infrarot betrieben oder z.B. die Verteilung von Abgasen in der Atmosphäre erfasst werden.
In die Auswahl der Nominierten waren außerdem folgende Teams und Arbeiten gekommen: Dr. Albrecht Bartels und Dirk Heinecke (Uni Konstanz) sowie Dr. Scott Diddams (NIST, USA) mit „Femtosekunden-Strahlquellen mit Multi-GHz-Repetitionsraten“, Prof. Rick Trebino et al. (Georgia Tech, USA) mit „Entwicklung von Messgeräten für komplexe ultrakurze Laserpulse“, Prof. Ulrich Schwarz (FH Eberswalde), Dr. Hendrik Wust und Dr. Michael Oertel (TU Dresden) sowie Dr. Günter Wiedemann (Fraunhofer IWS) mit „Lasergestütztes Fügen von Schmalflächen“, sowie Jochen Noell (TriDiCam GmbH) und Werner Brockherde (Fraunhofer IMS) mit „Neuartiger 3D-Flugzeit-Sensor“.

Photonik 4/2010

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