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Ehrungen und Preise
Gottfried Wilhelm Leibniz Preis
23.04.2010
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat zehn Wissenschaftlern den bedeutendsten deutschen Forschungspreis zuerkannt. Sie waren aus 170 Vorschlägen ausgewählt worden. Zwei der Preisträger arbeiten an Optischen Technologien.

Im Rahmen der Feier der DFG zum 25-jährigen Jubiläum des Leibniz-Programms wurden am 15. März in Berlin die Leibniz-Preise verliehen. Zu den Preisträgern zählen die promovierte Biophysikerin Prof. Petra Schwille von der Technischen Universität Dresden und der Mathematik promovierte und in Informatik habilitierte Prof. Joachim Weickert von der Universität des Saarlandes.
Schwille hat mit ihren Arbeiten sowohl die Entwicklung als auch die Anwendung der Fluoreszenzspektroskopie zur Lösung von Fragen der Zellbiologie erheblich vorangetrieben. In Ihren Arbeiten befasste sie sich seit langem mit der Entwicklung ultrasensitiver fluoreszenzspektroskopischer Methoden, mit denen sich die Funktionen einzelner Proteinmoleküle charakterisieren lassen. Dabei konnte sie vor allem zur Entwicklung und Optimierung der sogenannten Fluoreszenzkorrelationsspektroskopie (FCS) beitragen, einer der elegantesten nichtinvasiven Methoden, um molekulare Vorgänge in biologischen Systemen zu erfassen. Durch die Kombination der FCS mit Zweiphotonanregungen gelangen ihr spektakuläre neue Einblicke in zelluläre Mechanismen. Inzwischen konnte sie die FCS-Methode bereits in ersten lebenden Modellorganismen wie dem Zebrafisch und dem Fadenwurm anwenden, sowie zur Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Proteinen und Lipiden einsetzten.
Weickert, weltweit anerkannter Spezialist für Bildverarbeitung und deren Anwendungen, befasst sich mit der Entwicklung mathematisch fundierter Verfahren zur Bildanalyse, die effektiv und effizient auf heutigen Rechneranlagen realisiert werden können. Sie zielen vor allem darauf ab, unvollständige oder verrauschte Bilddaten zu verbessern und das Originalbild zu rekonstruieren. Zur sogenannten Entrauschung stark gestörter Bilddaten durch Diffusionsfilterung hat Weickert als erster eine praxisrelevante Theorie entwickelt, die Grundlage für zahlreiche Verfahren ist, die inzwischen in der medizinischen Bildgebung, der geowissenschaftlichen Bildaufbereitung oder der computergestützten Qualitätskontrolle in der Industrie eingesetzt werden.
Seit Beginn des Programms 1986 wurden von den insgesamt 280 zuerkannten Leibniz-Preisen 140 für naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Spitzenleitungen verliehen. „Der Preis bringt seinen Trägern weltweites Renommee und ein bedeutendes Preisgeld von bis zu 2,5 Mio € ein, vor allem aber auch die Freiheit, dieses Geld in den kommenden sieben Jahren ganz nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre wissenschaftliche Arbeit zu verwenden“, so DFG-Präsident Prof. Matthias Kleiner anlässlich der Bekanntgabe der neuen Preisträger.
Photonik 2/2010
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