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Photonik-Branche setzt Wachstum fort

03.07.2012

Spectaris meldete für 2011 eine starke Umsatzsteigerung der Photonik-Unternehmen auf 25,7 Mrd. € und erwartet weitere Zuwächse auch im Jahr 2012.

Spectaris - Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V.

„Die Photonik-Branche wächst weiter kräftig. Sowohl der Inlands- als auch der Auslandsumsatz werden 2012 zum dritten Mal in Folge steigen“, so Tobias Weiler, Geschäftsführer des Branchenverbandes Spectaris, anlässlich der Eröffnung der Fachmesse Optatec in Frankfurt/Main am 22. Mai. Im vergangenen Jahr 2011 konnten die rund 1000 deutschen Unternehmen der optischen Industrie ihren Umsatz um 16% auf 25,7 Mrd. € steigern, für das laufende Jahr erwartet Spectaris laut einer Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen einen weiteren Anstieg um 10% auf dann 28,2 Mrd. €.
Die Unternehmen der Photonik sind gestärkt aus der Krise 2009 herausgegangen. Damals mussten sie Umsatzeinbußen von 20% hinnehmen, die aber schon 2010 nahezu wettgemacht wurden und das Vorkrisenniveau erreichten. Im abgelaufenen Jahr 2011 konnte der Inlandsumsatz um 13,9% auf knapp 8 Mrd. € gesteigert werden, der Auslandsumsatz sogar um 16,8% auf fast 18 Mrd. €. Dies ergibt eine Exportquote von 69%. Der Erfolg der Photonik-Unternehmen spiegelt sich auch in den Steigerungsraten bei den Beschäftigtenzahlen wieder. Diese konnte von 2010 auf 2011 um 9% auf über 135 000 gesteigert werden. Auch hier geht der Verband für 2012 von einer weiteren Steigerung aus. Die Beschäftigtenzahl würde dann um 5,5% auf 142 500 wachsen.
Als Schlüsseltechnologie mit zahlreichen Anwendungsfeldern, etwa in der Medizintechnik, in der Automobilindustrie oder im Maschinenbau, ist die Photonik einer der wichtigsten Wachstums- und Zukunftsbranchen der deutschen Wirtschaft. Die F&E-Quote der Branche liegt bei überdurchschnittlich starken 10%. „Damit das auch so bleibt, dürfen der Branche keine unnötigen Steine durch regulatorische Hürden in den Weg gelegt werden“, so Weiler. Neben der Maschinenrichtlinie und der REACH-Verordnung zählen dazu vor allem die WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment) und die RoHS-Richtlinie.
Die Richtlinie über die Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS) verbietet die Verwendung von u.a. Blei und Cadmium in elektrischen und elektronischen Geräten. Die Beschränkung betrifft ebenfalls die in diesen Geräten enthaltenen optischen Gläser. Blei und Cadmium verleihen ihnen besondere Eigenschaften, ohne die zahlreiche Anwendungen wie die Fluoreszenzmikroskopie nicht möglich wären. „Solch ein Verbot würde die Unternehmen und ihre angelagerten Kundenmärkte in ihrer Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit beschneiden“, befürchtet Weiler. Bis 2016 gilt für „Blei und Cadmium in optischem Glas und Filterglas“ eine Ausnahmeregelung, für die sich auch Spectaris eingesetzt hat. Darüber hinaus engagiert sich der Verband dafür, dass die Ausnahme für optisches Glas generell bestehen bleibt.

Photonik 4/2012

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