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Veränderungen in der DPG
22.06.2011
Die Heidelberger Teilchenphysikerin Prof. Johanna Stachel übernimmt als erste Frau die Präsidentschaft der DPG.

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), Bad Honnef/Heidelberg, ist mit über 59 000 Mitgliedern die größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Sie gab am 9. Mai bekannt, dass die Heidelberger Professorin Johanna Stachel vom Vorstandsrat zur Präsidentin der DPG gewählt wurde. Mit der 56-jährigen Kern- und Teilchenphysikerin wird erstmals eine Frau die Leitung übernehmen. Bis zu ihrem Amtsantritt ist sie designierte Präsidentin und wird im April 2012 den amtierenden DPG-Präsidenten Prof. Wolfgang Sandner ablösen, der dann turnusgemäß in die Position des Vizepräsidenten wechselt. Die DPG-Präsidentschaft ist ein Ehrenamt auf jeweils zwei Jahre.
Stachel ist Professorin für Experimentalphysik an der Universität Heidelberg und im internationalen Forschungszentrum CERN in Genf an Experimenten mit dem Teilchenbeschleuniger LHC beteiligt. Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht das Quark-Gluon-Plasma. Aus diesem Materiezustand, der unmittelbar nach dem Urknall den Kosmos erfüllte, entwickelten sich Grundbausteine der Materie und alles, was sich im Universum befindet. Der LHC ermöglicht es, diese kosmische „Ursuppe“ im Labormaßstab nachzubilden und zu untersuchen.
Stachel wurde 1954 in München geboren. Sie studierte Chemie und Physik und promovierte an der Universität Mainz. Im Anschluss forschte sie 13 Jahre in den USA. An der Stony Brook University, New York, und dem nahe gelegenen Brookhaven National Laboratory arbeitete sie zunächst als Research Associate, später als Professorin. 1996 folgte sie einem Ruf auf eine C4-Professur der Universität Heidelberg. Stachel hat in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien mitgewirkt, wie dem Scientific Policy Committee des CERN und dem US-amerikanischen Nuclear Science Advisory Committee. Derzeit engagiert sie sich z.B. im Wissenschaftlichen Beirat der Wilhelm- und Else Heraeus Stiftung, im Gründungsaufsichtsrat des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sowie im Heidelberger Universitätsrat. Sie erhielt mehrere Forschungspreise und wurde 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Photonik 4/2011
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