Li-Fi-Technologie für drahtlose Unternehmensnetzwerke - Photonik

Li-Fi-Technologie für drahtlose Unternehmensnetzwerke

Die Punkt-zu-Multipunkt-fähige optische Technologie vereint die Schnelligkeit, Stabilität und Sicherheit kabelgebundener Infrastrukturen mit den Kostenvorteilen und der Flexibilität drahtloser Funklösungen.

Bild: Fraunhofer IPMS
Li-Fi-HotSpot: Optisch drahtlose Kommunikation über große Distanzen in Echtzeit mit bis zu 1 Gigabit... mehr...

Unternehmen wünschen sich, ihre kabelgebundenen lokalen Netzwerke (LAN) durch drahtlose Datennetze zu erweitern oder zu ersetzen. Die Integration von Accesspoints in die bestehende Netzwerkstruktur ist nicht nur erheblich kostengünstiger, als alle Rechner miteinander zu verkabeln, sie erhöht auch die Flexibilität und Mobilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Derzeit verfügbare Funklösungen (WLAN) sind allerdings störanfällig und im Vergleich zu kabelgebundenen Lösungen weniger stabil und langsamer, insbesondere, wenn sich mehrere Nutzer eine Funkzelle, das heißt die Übertragungsgeschwindigkeit, teilen müssen. Vor allem sind WLAN-Netze anfällig für Missbrauch. Selbst verschlüsselte Netzwerke sind für Kenner verhältnismäßig einfach zu knacken. So können Hacker aus übertragenen Funkpaketen zum Beispiel Passwörter oder Login-Informationen ausspähen. Im Schadensfall ist das Unternehmen für das eigene WLAN-Netz verantwortlich und hat entsprechende Kosten zu tragen.

Bei der am Fraunhofer IPMS entwickelten optischen drahtlosen Kommunikation sieht das anders aus. „Unsere Lösung besteht darin, Licht im infraroten Bereich als drahtloses Übertragungsmedium einzusetzen“, erläutert Dr. Alexander Noack, Entwicklungsleiter am Fraunhofer IPMS. „Während physische Hindernisse wie etwa dicke Wände die Leistung eines Funksignals lediglich schwächen, sodass ein Angreifer nur ein Empfangsgerät in Reichweite der Funksignale benötigt, um Zugang zu sensiblen Unternehmensdaten zu erhalten, bietet unser Li-Fi-Netzwerk bereits bei geschlossenen Räumen Sicherheit gegen Hackerattacken.“

Die Kommunikationstechnologie des Fraunhofer IPMS ist nicht nur sicherer als Funk-Übertragungstechniken. Sie benötigt im Vergleich mit herkömmlichen drahtlosen Funktechniken zudem nur 15 % der Energie pro übertragenes Nutzdatenbyte und ist dank einer Datenrate von 1 Gb/s bei vernachlässigbaren Bitfehlerraten (<10-9) auch bis zu 10 Mal schneller. Sie ist daher für alle Einsatzgebiete besonders geeignet, bei denen große Datenmengen quasi in Echtzeit übertragen werden müssen.

Eine Schwachstelle der Li-Fi-Technologie konnte vom Fraunhofer IPMS-Entwicklerteam überwunden werden: Intermodulinterferenzen im selben Link verhinderten bislang, dass mehrere Nutzer gleichzeitig im selben Spot agierten. Die neue Technologie erlaubt nun auch die Punkt-zu-Multipunkt-Kommunikation. Damit soll es möglich sein, Meetingräume in ein Unternehmensnetzwerk zu integrieren, sodass mehrere Notebooks gleichzeitig bei einem Meeting auf das Netzwerk zugreifen können.

Ein Li-Fi-HotSpot als Prototyp für die optische drahtlose Kommunikation auf Distanzen bis zu 10 Metern wird vom Fraunhofer IPMS auf der Embedded World vom 14. bis 16. März 2017 in Nürnberg dem Fachpublikum vorgestellt.

www.ipms.fraunhofer.de

 
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