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Aus- und Weiterbildung

Praxiswoche für Photonik-Nachwuchs

02.05.2012

Auf Einladung des Photonik Campus Deutschland konnten sich 40 junge Leute im Rahmen einer einwöchigen „Photonik-Akademie“ am Fraunhofer ILT in Aachen intensiv mit den Optischen Technologien befassen.

Gruppenfoto (TEMA AG, Klaus Mertens); unten bei cleanLaser: Reinigen von Gussformen mit einer handgeführten Optik wie mit einer „Laserkanone“ (Bild: VDI TZ)

„Das individuelle Interesse der Studierenden an der Photonik ist stark, allerdings ist die Neugier größer als das Wissen“, so Prof. Reinhart Poprawe, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik (ILT) in Aachen, nachdem sich 40 Studentinnen und Studenten an seinem Institut vom 25.-30. März mit der Wissenschaft rund ums Licht beschäftigen konnten. Die Photonik-Akademie ist Teil der Nachwuchsinitiative „Photonik Campus Deutschland“.
Für die erste Praxiswoche hatten sich 124 Kandidaten aus dem ganzen Bundesgebiet beim VDI Technologiezentrum, Düsseldorf, beworben, überwiegend aus naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen. Ausgewählt wurden 10 Studentinnen und 30 Studenten, deren grundlegendes Interesse an der Photonik während der einwöchigen Veranstaltung durch Erstberührung so faszinierend wie möglich hintermauert werden sollte.
Schon am ersten Tag konnten die Teilnehmer nach einer Reihe von Vorträgen einen Blick in die ILT-Labore werfen. Am nächsten Tag gab es dann „Laser zum Anfassen“: Die ILT-Ausgründung EdgeWave in Würselen öffnete ihre Laserfertigung für die Besucher, und bei cleanLaser in Herzogenrath, ebenfalls ein ILT-Spin-Off, machte es den angehenden Akademikern Spaß, Oberflächen mit handgeführten Lasern zu reinigen. Bei Philips in Aachen erkundeten die Teilnehmer das Lumiblade Creative Lab und sahen Beleuchtungstechnik von morgen auf Basis organischer Leuchtdioden (OLED). Ein weiterer Tag führte die 40köpfige Gruppe und ihre Betreuer nach Ditzingen zur Trumpf GmbH, die mit über 2 Mrd. € Jahresumsatz zur Weltspitze im Bereich industrieller Laser gehört. Das Unternehmen gewährte tiefe Einblicke in die Arbeitswelt eines Photonikers.
Prof. Reinhart Poprawe vom Fraunhofer ILT wünscht sich mehr Bewusstsein in der Gesellschaft für das riesige Potenzial der Optischen Technologien und will mit der Initiative Mut zu einer akademischen Ausbildung machen. Da dieser indirekte Prozess Zeit braucht ist er froh, mit dem auf Dauer angelegten Photonik Campus Deutschland jetzt langfristig planen zu können. Zwei weitere Photonik-Akademien als jährlich angebotener Wettbewerb sind bereits in Vorbereitung.
Dr. Frank Schlie-Roosen, Fachbereichsleiter Photonik und Optische Technologien beim BMBF, ist sich bewusst, dass das Thema Photonik nicht so allgegenwärtig und populär wie der Automobilbau oder die Informationstechnik ist. Die Chance sei gering, im Alltag bewusst auf Optische Technologien zu stoßen. Dennoch will er die Photonik aus dem Nischendasein heraus führen, u.a. um die Informationsgrundlagen für die Entscheidung über den späteren Berufsweg zu optimieren und potenzielle Kandidaten zur Photonik hinzuführen.
Vom VDI TZ wurden bereits zehn Videokameras an Studierende verschenkt, die über ihr Studium per Videotagebuch im Internetportal informieren sollen, damit sich dort zwischen Schülern und Studenten ein dynamischer Austausch entwickelt – in der Sprache der Jugend. Und tatsächlich ist das online-Portal der Initiative bereits reich mit sehenswerten Clips bestückt.

Photonik NL9/2012

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