Europäische Open-Access-Pilotlinie für flexible OLEDs - Photonik

Branchen-News | Ausgabe 01/2017

Europäische Open-Access-Pilotlinie für flexible OLEDs

Das Projekt PI-SCALE zielt durch die Schaffung eines Pilotlinienservice zur Fertigung und Integration von flexiblen OLEDs darauf ab, dass auch kleine und mittelständische Unternehmen die Möglichkeit erhalten, diese Technologien aus dem Labor heraus auf den Markt zu bringen.

Bild: Fraunhofer FEP
Flexible OLED auf Kunststofffolie

Flexible OLEDs in Beleuchtungsanwendungen eröffnen eine große Bandbreite an neuen Einsatzmöglichkeiten, z. B. im Bereich der medizinischen Anwendungen zur Lichttherapie, in der Architektur, Luftfahrt oder im Bahnwesen als leichtgewichtige Beleuchtungsalternative oder für diverse Touch-Display-Anwendungen in der Automobilindustrie.

Im Jahr 2016 ist das EU-geförderte PI-SCALE-Projekt im Rahmen des Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramms mit dem Ziel gestartet, eine weltweit führende Open-Access-Pilotlinie in Europa zu etablieren, die die Herstellung flexibler OLEDs und deren Systemintegration in finale Produkte möglich macht. Der entstehende Pilotlinienservice ermöglicht Unternehmen jeder Größe den schnellen und kosteneffizienten Test und die Aufskalierung ihrer flexiblen OLED-Lichtquellen. Ziel soll dabei sein, ein Qualitäts- sowie Fertigungsniveau zu erreichen, mit dem sie reif für den Transfer in die Massenproduktion sind.

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP ist innerhalb des PI-SCALE Projekts für die Rolle-zu-Rolle-Anodenabscheidung auf Barrierefolien sowie für die OLED-Abscheidung mittels Verdampfungsprozessen verantwortlich. Die OLED-Abscheidung kann mittels Rolle-zu-Rolle (R2R)- als auch Sheet-to-Sheet (S2S)-Verfahren erfolgen. Mit dem R2R-Prozess können endlos lange Streifen mit bis zu 30 lm/W und mit S2S hochqualitative OLED mit hoher Performance (> 50 lm/W) hergestellt werden. Als Substrate werden hauptsächlich Kunststofffolien mit Barriereschicht oder Ultradünnglas genutzt.

Projektleiterin Claudia Keibler vom Fraunhofer FEP freut sich: „Wir konnten bereits zeigen, dass die S2S- und R2R-Prozesse erfolgreich laufen und die damit verbundene Logistik funktioniert. Die R2R-Pilotlinie hat bereits 15 m lange OLED-Streifen mit einer Effizienz von mehr als 30 lm/W und nahezu 100 % Ausbeute hervorgebracht.” Insgesamt wurden bisher ca. 50 m OLED mit einer durchschnittlichen Effizienz von 30 lm/W im R2R-Prozess im Rahmen des PI-SCALE Projektes hergestellt. Um die Verlässlichkeit und Reproduzierbarkeit der Pilotlinie zu zeigen, ist eine monatliche Produktion von 15 m langen OLED in R2R und deren Evaluation geplant. Um die operative Leistungsfähigkeit der Pilotlinie im Produktionsprozess zu zeigen, ist für den S2S Prozess eine monatliche Beschichtungsserie von vier 6-inch-strukturierten Folien vorgesehen.

Ab Juli 2017 steht der Pilotlinienservice für Kunden zur Verfügung, um einzigartige und kundenspezifische flexible OLEDs auf Dünnglas oder Kunststofffolie aus dem R2R- oder S2S-Prozess zu liefern.

www.fep.fraunhofer.de

www.pi-scale.eu

 
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