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Gefälschte Medikamente aufspüren
31.05.2012
Neue Röntgendetektoren entlarven schnell, zerstörungsfrei und kostengünstig Arzneimittel-Imitate.

Seit Jahren gelangen immer mehr gefälschte Medikamente in den Handel und gefährden die Gesundheit der Käufer. Allein in China sterben jährlich geschätzte 200 000 bis 300 000 Menschen durch Einnahme von Arzneimittel-Plagiaten. Abhilfe könnte die Röntgenpulverdiffraktometrie (XRPD) schaffen, ein Verfahren, das von der Pharmaindustrie bereits in der Wirkstoffforschung und -entwicklung eingesetzt wird. Auf der von der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh), Frankfurt, ausgerichteten analytica Conference, 17.-19. April, München, war XRPD Thema einer Vortragsreihe. Das Verfahren basiert auf der 1912 durch Max von Laue entdeckten Röntgenbeugung an Kristallen und dem 1915 entwickelten Debye-Scherrer-Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen an Kristall-Pulvern gebeugt werden und so zu deren Strukturaufklärung beitragen.
Für die Arzneimittelkontrolle hat die Röntgenbeugung den großen Vorteil, dass die Zusammensetzung der festen Wirkstoffe eines Medikaments selbst durch undurchsichtige Blisterverpackungen hindurch genau bestimmt werden kann, ohne das Präparat zu entnehmen oder zu schädigen. Die neu entwickelten Detektoren ermöglichen eine sehr schnelle und genaue Prüfung, ob es sich bei dem verpackten Medikament um das Original oder gegebenenfalls um eine Produktfälschung handelt.
In der Arzneimittelentwicklung wird XRPD besonders zur Ermittlung möglicher Wirkstoffveränderungen von der Produktion bis zum Verbrauch eingesetzt. So kann untersucht werden, ob Lagerung, Wärme und Feuchtigkeit die physikalische und chemische Stabilität des Medikaments beeinflussen.
BioPhotonik NL11/2012
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