Suche


Konferenzberichte

DGaO-Jahrestagung 2008

11.06.2008

Einen Überblick über die aktuelle Forschungslandschaft der angewandten Optik in Deutschland erhält man alljährlich auf der Tagung der DGaO. In diesem Jahr war einer der Schwerpunkte die Optik in der Fahrzeugtechnik.

Erzeugung einer definierten Lichtverteilung durch Reflexion grünen LED-Lichts an einem Freiformspiegel (Bild: Carl Zeiss)

Zum 109. Mal traf sich anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für angewandte Optik vom 13.-17. Mai an der Hochschule Esslingen die Optik-Gemeinde zum Gedankenaustausch und zur gegenseitigen Information. Die etwa 85 Vorträge gliederten sich in die Themenbereiche Messtechnik, Design und Simulation, das Auge, Lasertechnik - vor allem zum Einsatz in der Automobilindustrie - sowie Optikeinsatz in der Fahrzeugtechnik.
Zu letzterem trug beispielsweise Dr. Andreas Timinger von der OEC AG über Straßenbeleuchtung mit LEDs vor, und Gerhard Kloos von der Hella KGaA informierte über die lichttechnische Bewertung von Hell-Dunkel-Grenzen. In anderen Bereichen ging es z.B. um die schnelle Absolutmessung asphärischer Flächen, über die Michael Küchel von der Zygo Corporation vortrug, um die doppelte Laser-Doppler-Distanzmessung von Prof. Jürgen Czarske von der TU Dresden, oder auch um das Rechnen mit dem Weißlichtinterferometer, das Dr. Tobias Haist von der Universität Stuttgart vorstellte. Prof. Matthias Gruber von der Fernuniversität Hagen präsentierte planare Optik und Mikrofluidik für Lab-on-a-chip-Systeme.
Den Blick über den optischen Tellerrand boten in diesem Jahr Ultrapräzisionsmessungen. Im Bereich der Sonderbeiträge ging es beispielsweise um Atominterferometrie als Basis für hochgenaue innovative Quantensensoren (Prof. Wolfgang Ertmer, Universität Hannover) sowie um die Auslotung der Grenzen der Allgemeinen Relativitätstheorie, über die Prof. Gerhard Schäfer von der Universität Jena sprach.
In der Posterausstellung waren ca. 60 Poster zu betrachten, und bei der Eröffnung der Ausstellung am Mittwochnachmittag summten die beiden Ausstellungsräume vor lauter angeregten Diskussionen.
Bei der traditionellen festlichen Fraunhofer-Veranstaltung hielt Dr. Andreas Bräuer vom Fraunhofer IOF Jena die Vorlesung. Sein Thema war Licht aus Festkörpern - LED-Beleuchtungen erobern unseren Alltag. Dazu ging er zunächst auf die Geschichte der Lichterzeugung durch den Menschen ein, von der Nutzung künstlichen Feuers vor 300 000 Jahren über die Verwendung von Öllampen, Kerzen und Gaslaternen. Seit den Entwicklungen von Kohlefadenglühlampe, Halogen- und Leuchtstofflampe steigern die Fortschritte auch die Effizienz. Aktuelle Entwicklung ist die Dünnschicht-LED: im Labor werden bereits 170 lm/W erzeugt, und mit geeigneter Optik lassen sich über 80% des erzeugten Lichts in der Anwendung nutzen. Sehr anschaulich präsentierte Bräuer auch die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten für LEDs, darunter die Digitalprojektion, Allgemeinbeleuchtung, KFZ-Scheinwerfer und Straßenbeleuchtung.

Photonik 3/2008

Share | |



Photonik mobil


Stets informiert:

Die mobile Version von Photonik für iPhone, Blackberry etc. unter:

www.photonik.de/
mobil

Photonik-Newsletter

Möchten Sie den Photonik-Newsletter per eMail erhalten?
Dann klicken Sie bitte hier.